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Aus dem Amtsgericht: Cannabispflanzen zufällig am Straßenrand gefunden?

Aus dem Amtsgericht : Cannabispflanzen zufällig am Straßenrand gefunden?

Mit der kuriosen Herkunft von 203 Gramm Marihuana hat sich das Amtsgericht in Geilenkirchen jüngst befasst. Eigentlich waren die Polizeibeamten am 14. Oktober 2017 zu einem Beziehungsstreit nach Übach-Palenberg gerufen worden.

Doch bei ihrer Ankunft warf ihnen die damalige Freundin des Angeklagten eine Tupperdose mit Marihuana vor die Füße. Und so kam es, dass sich V. am Dienstag für den Besitz einer nicht geringen Menge von Betäubungsmitteln vor dem Schoffengericht verantworten musste.

„Ich habe im September 2014 eine Cannabispflanzen zufällig während einer Rast an einer Baustelle gefunden“, erklärte V. die Herkunft der Drogen. Er habe die Pflanzenblüten abgebrochen, mit nach Hause genommen und getrocknet. „Es war mein Schatz“, so der Kraftfahrer. Von einem „selten blöden Einfall“ sprach hingegen sein Anwalt.

V. war neugierig auf die Wirkung der Substanz und fing an, das Cannabis zu rauchen. „Allerdings nur freitags, wegen meines Berufes“, behauptete der 57-Jährige. Mit der Zeit sei „das Zeug aber immer schlechter geworden“, und er habe den gelegentlichen Konsum nach einem Jahr wieder eingestellt. Einen Handel oder eine Züchtung habe er nie betrieben. Die Polizei habe seinen lange unberührten Restbestand gefunden.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Zweifel an dieser Geschichte: Die gefundene Menge sei eigentlich zu groß, um aus der einen Pflanze zu stammen. Für eine Züchtung hatte die Polizei allerdings keine Hinweise gefunden. Da der Angeklagte bisher nicht vorbestraft war und die „nicht geringe Menge“ lediglich um das 1,5-fache überschritten wurde, plädierte der Staatsanwalt für mildernde Umstände und eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. „Die Geschichte ist so absurd, dass man geneigt ist, sie zu glauben“, so Richterin Corinna Waßmuth. Aber Besitz sei Besitz. Das Schöffengericht verhängte daher eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Die Strafe wird auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich muss V. eine Geldbuße in Höhe von 1000 Euro zahlen.