1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Geilenkirchen: Cannabis-Pflanzen 14 Tage lang gehütet

Geilenkirchen : Cannabis-Pflanzen 14 Tage lang gehütet

Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr hat das Schöffengericht Geilenkirchen unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz einen 32-Jährigen aus den Niederlanden verurteilt.

Beim Verfahren ging es um den Anbau von 1060 Cannabis-Pflanzen in einem Lagerraum im Selfkant-Örtchen Süsterseel.

Beim Betreten

Der Angeklagte war am 29. Januar 2004 festgenommen worden, als er diesen Raum betreten wollte. Die Polizei hatte das Objekt observiert.

„Der Angeklagte hat heute erstmals ausgesagt. Wir sind dieser Aussage gefolgt. Demnach habe er einem Bekannten aus den Niederlanden, den er aus einem Coffee-Shop kannte, die Lagerhalle in Süsterseel vermittelt”, erklärte der Richter.

„Es handelte sich um ein profimäßige Anlage. Das Zeug ist sicher gestellt worden, also nie in den Handel gekommen”, begründete der Richter die Bewährungsstrafe.

Der Angeklagte war, obwohl er mehr als vier Monate Untersuchungshaft durchgestanden hatte, offensichtlich überrascht, jetzt vor dem Schöffengericht zu stehen.

Staatsanwältin Julia Göbbels hatte ihm vorgeworfen, die Plantage im Lagerraum eines Hauses in Süsterseel selbst betrieben zu haben.

„Es handelt sich um Pflanzen in einer Menge von 24,986 Kilogramm, nach der Ernte hätte sich Marihuana von 6,68 Kilogramm ergeben”, erklärte sie.

Der Angeklagte sagte aus, dass er von einem Bekannten gebeten worden sei, sich zwei Wochen um die Anlage zu kümmern.

Dafür sollte er 500 Euro erhalten. „Sie wussten genau, dass diese Anlage nicht legal war”, stellte der Richter fest. „Ich hatte finanzielle Probleme, deshalb habe ich mich darauf eingelassen”, entgegnete der Mann.

Staatsanwältin Julia Göbbels: „Der Angeklagte sollte die Aufzucht-Anlage zwei Wochen beaufsichtigen. Sein Beitrag ist strafbar, zumindest hat er sich der Beihilfe des Handels mit Drogen in nicht geringer Menge schuldig gemacht. Ich fordere ein Jahr und zwei Monate, wobei die Strafe zur Bewährung ausgesprochen werden kann.”

Strafverteidiger Ingo Thiee: „Wir haben ein Geständnis, der Angeklagte hat sich der Beihilfe schuldig gemacht.”

Sein Tatbeitrag sei aber gering gewesen, deshalb müsse es bei einer Bewährungsstrafe unter einem Jahr bleiben.