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Geilenkirchen: Burgfrau führt durch das alte Gemäuer

Geilenkirchen : Burgfrau führt durch das alte Gemäuer

In die altehrwürdigen Gemäuer von Burg Trips ist nach Inbetriebnahme der Seniorenwohnungen und des Altenheimes bekanntlich wieder Leben eingezogen. Der älteste Teil der weitläufigen Schlossanlage, die Hauptburg, fristet allerdings bis heute noch immer ein menschenleeres Dasein.

Das dies nicht immer so war, erzählte Berti Davids-Heinrichs einer Gruppe interessierter Menschen, die der über 600 Jahre alten Trutzburg einen Besuch abstatteten.

Berti Davids-Heinrichs ist eine von zwölf Gästeführerinnen im Kreis Heinsberg, die historische Sehenswürdigkeiten interessierten Menschen näher bringt.

Aus der Zeitung hatten die meisten von der Schlossführung erfahren. „Seid gegrüßt alle miteinander”, diese Einführungsworte von der im historischen Gewand einer Burgfrau aus dem Mittelalter angetretenen Berti Davids-Heinrichs markieren stets den Beginn der Führung. Dass die Burg vor 600 Jahren erbaut und mit einem Wassergraben zum Schutz vor Eindringlingen umgeben wurde, erfuhren die Frauen und Männer gleich, nachdem die 20-köpfige Gruppe von ihrem ersten Rundgang in den Innenhof zurückgekehrt war.

„Dort oben befand sich die Keminate, wo die Frauen schliefen”, zeigte die Burgfrau auf eine Reihe von Fenstern. Und hinter den kleineren Fenstern ganz unten habe sich die Küche verborgen. Dort, wo man noch einen Vorsprung erkennen kann, habe sich die Toilette, damals Abort genannt, befunden. Von einer automatischen Abwasseranlage mit Klospülung gab es damals noch keine Spur. Die Notdurft sei dann einfach nach unten in den Teich geplumpst. „Ganz zu Anfang hatte die Burg überhaupt noch keine Fenster, denn sie diente als Verteidigungsanlage gegen Eindringlinge”, wusste Berti Davids-Heinrichs.

Tier und Mensch zusammen

„In den ersten 250 Jahren, zu Zeiten der Herren Berghe von Trips haben in der Burg Mensch und Tier zusammen gewohnt”, erstaunt sie Gästeführerin die Zuhörer. Nachdem die Familie von Eynatten, die 350 Jahre Eigentümer von Schloss Trips war, die Burg erworben hatte, seien die Tiere in zwei Bauerhöfen untergebracht worden, die in Form der beiden Vorburgen entstanden seien. „Drum herum spaziert sind wir schon oft, aber drinnen waren wir noch nie”, erzählten die meisten Besucher.

Das sollte sich an diesem Tag aber ändern, alle interessierten sich brennend für „das Innere” der alten Gemäuer. Wie auch die anderen Angereisten nutzte das Ehepaar Annemie und Paul Stassen die Gelegenheit, sich einmal in dem weithin bekannten, mittlerweile schön sanierten Wahrzeichen von Geilenkirchen umzusehen. Zuvor hatte die ausgebildete Gästeführerin mit dem riesigen Originalschlüssel das schwere Eingangstor geöffnet und den Besuchern somit Einlass und einen Blick in vergangene Zeiten gewährt.

Jeden vierten Sonntag im Monat (außer Sommerferien) wird die Trips-Führung um 10.30 angeboten. Berti Davids-Heinrich hat zudem für die Zukunft eine weitere Führung ausgearbeitet, die Westblicke ab Mai anbietet. Am 24. Mai bringt sie Interessierten erstmals die Geschichte des Missionshauses Loherhof (Treffpunkt um 11 Uhr, Pater-Briers-Weg 85) näher.