Geilenkirchen-Tripsrath: Bürgerhaus stärkt die Gemeinschaft

Geilenkirchen-Tripsrath: Bürgerhaus stärkt die Gemeinschaft

Das war ein Grund zum Feiern für die Bürger aus Tripsrath, Hochheid und Rischden, denn am Samstag wurde das neue Bürgerhaus seiner Bestimmung übergeben.

„Nach über eineinhalb Jahren ist unser neuer Dorfmittelpunkt für die Pfarre, die Bürger und Vereine fertiggestellt”, freute sich auch Bernhard Winkels als stellvertretender Vorsitzender der Dreidörfergemeinschaft Tripsrath. Es sei eine Zeit gewesen, in der viele Bürger der Dörfergemeinschaft Engagement gezeigt und mit angepackt hatten.

Geld und Arbeitsleistung

Diese Zeit habe auch ein positives Fazit hinterlassen, denn: „Die Bauzeit hat zu einer Stärkung unserer Dorfgemeinschaft beigetragen.” Außerdem habe es immer Anlässe gegeben, einfach nur mal miteinander zu reden. Alle Ortsvereine hätten Geld und Arbeitsleistung mit eingebracht, selbst die, die zunächst einmal gar keinen Nutzen aus den neuen Räumen ziehen.

Viele hätten mit angepackt, aber einige gelte es, besonders hervorzuheben. Dies waren Peter Hackemüller, den Bernhard Winkels als „inoffiziellen Bauleiter” bezeichnete, sowie die „Rentnertruppe mit Rolf Klein, Martin Winkels und Josef Franken”. Die letztgenannten hätten in den auftretenden Zeiten des „Beinahestillstands” alleine gearbeitet und dafür gesorgt, dass es doch noch voran ging.

Leere Stadtkasse

„In einer Flächenkommune wie Geilenkirchen stellen wir immer wieder fest, dass die Stadt die Gestaltung des Gemeinschaftslebens in den Dörfern immer mehr den Vereinen übertragen muss, weil eine Kommune selbst weder Geld noch Personal in ausreichendem Maße hat, um das alles selbst zu organisieren”, nannte Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler eine Tatsache, die besonders in Zeiten leerer Kassen deutlich wird. An dem neuen Bürgerhaus zeige sich aber auch, dass es von großem Vorteil sei, wenn die Menschen in den Ortschaften ihr Gemeinschaftsleben selber organisieren würden. Fiedler: „Denn niemand kennt die Situation vor Ort und den Bedarf an Infrastruktur so gut wie die Bewohner selbst.”

Deshalb sei die Einweihung ein schönes Zeichen für das gelungene Zusammenspiel von örtlichem Engagement und tatkräftigem Einsatz sowie kommunaler Unterstützung. „Wie weit geht die Tür unseres Gemeinschaftshauses auf ?”, fragte Pfarrer Peter Frisch, bevor er zur Segnung des Bürgerhauses schritt. An der Türe eines Hauses würden Menschen willkommen geheißen und verabschiedet. „Heute bitten wir Gott darum, dass wir einander und füreinander Türen öffnen - in Einfühlung und Hilfsbereitschaft, damit gemeinsames Leben und Feiern in diesem Haus möglich ist und für alle Erfüllung und Gewinn bringt”, so der Pfarrer. Man möge in diesem Hause auf Türstopper verzichten, damit sich die Türen ganz öffnen, damit Menschlichkeit, Liebe, Dankbarkeit und gegenseitige Verantwortung hier einziehen könnten.

Tag der offenen Tür

Pfarrer Peter Frisch hatte für das Bürgerhaus ein Kreuz mitgebracht, als Symbol für die Bereitschaft, einander im Geiste Jesu Türen zu öffnen. Rita Janes hielt im Auftrag der Kleiderstube ebenfalls ein tolles Geschenk parat. Sie übergab Bernhard Winkels 2000 Euro. Nach dem offiziellen Teil wurde noch stundenlang gefeiert, und auch am Sonntag standen in der „Vereins- und Veranstaltungsstätte Alte Schule Tripsrath” alle Türen offen.

Die alten Bewohner erinnerten sich noch an die Historie des ehemaligen Schulgebäudes, das im Jahre 1906 eingeweiht wurde. 1963 erfolgte ein Erweiterungsbau, in dem ab 1964 die zwei Klassen der Tripsrather Schule untergebracht waren. Doch bereits 1967 wurden auf Anordnung des Ministeriums alle so genannten „Zwergschulen” geschlossen, und dazu zählte auch die Tripsrather. Am 1. Januar 1972 zog der Kindergarten in den hinteren Teil, also den Erweiterungsbau ein. In den vergangenen eineinhalb Jahren nun haben viele Mitglieder der örtlichen Vereine das Haus in Eigenleistung umgebaut.

Das Material stellte die Stadt Geilenkirchen zur Verfügung, der Bauhof unterstützte die Arbeiten ebenfalls. Inneneinrichtung und Mobiliar wurden auch von den Bürgern gestellt. Aus den früher vier Räumen im Erdgeschoss, entstand ein 120 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum mit Küchenbereich und Schanktheke. Das Obergeschoss wird als Proberaum für die Tripsrather Vereine genutzt, während der Veranstaltungsraum auch für Feiern angemietet werden kann.

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