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Geilenkirchen: „Brunselli”: Ein Ausflug in die glitzernde Zirkuswelt

Geilenkirchen : „Brunselli”: Ein Ausflug in die glitzernde Zirkuswelt

Einen Zirkus verbinden die Menschen mit Artistik und Tierdressuren, Clownerie und Zirkusluft. All dies bietet Circus Brunselli, und der gastiert noch bis Sonntag, 3. August, auf dem Wiesengelände gegenüber TJC-Reisen an der Herzog-Wilhelm-Straße, täglich um 16 Uhr.

Das Leben im Wohnwagen ist für die achtköpfige Familie nicht nur zur Gewohnheit geworden, es macht ihr auch Spaß. Seit Wochen ist der Zirkus in Nordrhein-Westfalen unterwegs und vor wenigen Tagen aus dem Selfkant kommend mit den sechs Wohn-, Garderobe-, Geräte- und Tierwagen in Geilenkirchen eingetroffen.

Manuela Kaselowsky und ihr Mann René Brunselli waren bis 2007 mit dem Zirkus Casselli unterwegs und haben sich erst in diesem Jahr selbstständig gemacht. Alles musste neu angeschafft werden - Fahrzeuge, Zelt, Equipment, Stromerzeuger, Beleuchtung, Requisiten, Kostüme und Tiere.

Fass ohne Boden

„Das ist ein Fass ohne Boden”, seufzt Manuela Kaselowsky und erinnert sich auch an ihr erstes Gastspiel in Düsseldorf im März. „Das war erfolgreich”, wirft René Brunselli ein, während er an dem Zwei-Mast-Zelt mit rund 20 Meter Durchmesser Hand anlegt. Die Familie mit den sechs Kindern Sergio (2), Sydney (4), Miguel (6), Jeffrey (10), Madeleine (12) und Antony (14) muss auch während der Ferienzeit, in der sie mit weniger Publikum rechnen, auf Reise gehen, denn: „Ob Sommer oder Winter, wir müssen überleben”, sagt Manuela Kaselowsky. So ein Zirkus bringe viel Arbeit mit sich, aber „Wir kommen über die Runden”.

Zum engeren Familienkreis gehören auch die beiden Hunde, der Yorkshire-Terrier „Hector” und Collie-Rüde „Billy”. Dann reisen da noch Lama „Skippo”, Mini-Pony „Spirit”, Ziegen-Paar „Heidi” und „Peter” mit Baby „David” sowie die „Rasselbande”. Hinter letzterer verbergen sich fünf Shetland-Ponys, die im Programmablauf von Jeffrey vorgeführt werden. Die Shetland-Pony-Dressur mit „Winnetou” ist René Brunselli vorbehalten. Artistik und Akrobatik stehen im Mittelpunkt der Show, wobei „Zirkus-Prinzessin” Sydney mit einer Balance-Nummer das Publikum in Atem hält.

Bei den Akrobatik-Vorführungen sind auch Sydney und Jeffrey eingebunden, und Schwester Madeleine zeigt ihre Künste im „Römischen Ring”. Das älteste Mädel im Bunde wartet zudem mit Tücher-Akrobatik unter dem Zeltdach und als „Tanzende Salome” auf. Antony verwandelt sich in Clown „Beppo” und zeigt einen Balance-Akt auf einer Rolle. Moderatorin Manuela Kaselowsky führt gekonnt durch das Programm.

Um all die Kunststückchen präsentieren zu können, bedarf es einer „logistischen Meisterleistung” an den beiden Tagen zuvor. Die ganze Familie packt nach Ankunft am Gastspielort beim Aufbau mit an, wobei den Kindern natürlich keine Kraftakte abverlangt werden. Der Zirkus befindet sich in der siebten Generation. Mit Alois-Julius Kaselowsky fing alles an. Im Zeitalter von Fernsehen und Internet strömen nicht mehr so viele Menschen zu den Vorstellungen wie vor Jahrzehnten. „Wir sind für jeden Gast dankbar”, wirbt Manuela Kaselowsky.

Die laufenden Kosten steigen unaufhaltsam. Dazu gehörten Platzmiete, Strom, Wasser, Futter für die Tiere, Diesel für die Fahrzeuge, Ausgaben für Werbung und Plakate und, und, und... Und nun ist Manuela Kaselowsky wieder im fünften Monat schwanger. Jetzt hofft die Zirkusfamilie Brunselli auf gutes Wetter für ihre Gastspielzeit in Geilenkirchen, damit trotz der Ferien noch viele Menschen ihre Vorstellungen besuchen.