Übach-Palenberg: Brücke gesperrt: Ins Wurmtal geht es nur über Umwege

Übach-Palenberg: Brücke gesperrt: Ins Wurmtal geht es nur über Umwege

Schon längere Zeit können Spaziergänger, die von Palenberg aus in Richtung Naherholungsgebiet Wurmtal gehen wollen, einen lange genutzten Weg nicht nutzen. Denn die große Holzbrücke über die Bahnlinie Aachen-Mönchengladbach ist seit Wochen gesperrt.

Begonnen hatte das Ganze mit einer turnusmäßigen technischen Überprüfung, in deren Rahmen die Brücke zunächst nur für eine Woche gesperrt werden sollte, weil das Prüfen an Anlagen nahe und auf Bahnlinien immer sehr aufwendig ist und nur von speziellen Fachleuten ausgeführt werden darf. Doch der Zeitbedarf wuchs und schließlich wurde die Brücke aus statischen Gründen komplett gesperrt, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

Ein Blick, der derzeit nicht nur wegen des fehlenden Schnees, sondern auch wegen der Brückensperrung nicht möglich ist: Ende 2009 wurde eigens für den Weg zum Naherholungsgebiet die Beleuchtungssituation überarbeitet und zeigt ein faszinierendes nächtliches Lichtspiel. Foto: Markus Bienwald

Auf den eigens angebrachten Warnschildern wird eindringlich gewarnt, die komplett mit Draht und Bauzäunen abgesperrte Brücke zu nutzen. Von „Lebensgefahr“ ist die Rede und auf einem kleinen Zusatzschild an einer unteren Absperrung informiert die Stadtverwaltung darüber, dass die Brücke langfristig nicht nutzbar sei.

„Ein Betreten ist ohne Gefahr von Leib und Leben nicht möglich“, bestätigt auch der zuständige Fachbereichsleiter Achim Vogelheim von der Stadtverwaltung Übach-Palenberg. Ein Blick durch die Absperrung hinaus auf den leichten Schwung, mit dem die hölzerne Brücke die beiden Gleise und natürlich auch die Fahrstromleiter überspannt, gibt keinen Aufschluss über den Grund.

Aus gut informierten Kreisen ist allerdings von einem Loch in der Brücke zu hören, wie groß das sein könnte, darüber wird offiziell nichts verraten. Fest steht allerdings, dass diese Verbindung über die Bahn wohl für eine lange Zeit ausfallen wird, was aber keinesfalls der Stadt anzulasten ist, wie ein Blick in das Prozedere klarmacht. „Die Instandsetzung gerade dieser Brücke ist aufgrund der Besonderheit, dass eine Bahnstrecke überquert wird, mit zahlreichen Auflagen belegt“, erläutert Achim Vogelheim dazu. Das bedeutet eine umfassende und kleinteilige Planung, die immer dann greift, wenn die Bahn im Spiel ist.

Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist der Abriss des früheren Hotels Ernst nahe dem Palenberger Bahnhof. Erst nach monatelangen Vorarbeiten, viel Planungszeit und noch mehr Absicherungen durfte das marode alte Hotel während der bahnverkehrsärmeren Nachtzeit dem Boden gleich gemacht werden. Dabei lag der Bau entlang der Bahntrasse und berührte sie nicht einmal.

Bei der Holzbrücke in das Naherholungsgebiet, die ja die Gleise und Hochspannungsleitungen in einigen Metern Höhe überspannt, ist die Gefahr, den Schienenverkehr zu beeinträchtigen, ungleich höher. „Da der laufende Bahnverkehr nicht gefährdet werden darf, bedingt jedwede Arbeit an der Brücke eine Vollsperrung der kompletten Bahnverbindung“, so Vogelheim weiter.

Langwieriger Prozess

Dieser Sperrung geht ein sehr aufwendiger und langwieriger Prozess voraus, der zunächst ein Genehmigungsverfahren bedeutet, bevor dann irgendwann ein möglicher Zeitpunkt feststeht, an dem die notwendigen Reparaturen ausgeführt werden können.

Daher könnten Monate oder sogar Jahre ins Land ziehen, bis die Bahn die Freigabe zur Reparatur erteilt. Erfahrungsgemäß — wie am Beispiel des Hotels Ernst deutlich wurde — werden überschaubare Kosten einer Maßnahme durch das von der Bahn unausweichlich geforderte zwangsweise Hinzuziehen von Fachleuten und das Einholen von Genehmigungen dann auch schnell sehr viel höher.

Wie hoch die Kosten ausfallen könnten, ist im laufenden Verfahren natürlich nicht zu sagen und zeigt sich erst, wenn die Planungen abgeschlossen sind. „Im Resultat wird ein mögliches Reparaturfenster von wenigen Stunden in der Nacht eröffnet“, sagt Vogelheim.

Kleines Zeitfenster

Ein weiteres Problem sei aber, dass eben dieses relativ kleine Zeitfenster nicht ausreichen könnte, um die nötigen Reparaturen auch wirklich abzuschließen. Vogelheim: „Deshalb steht die Verwaltung der Stadt Übach-Palenberg in intensiven Verhandlungen mit den beteiligten Stellen, um eine Lösung zu finden.“

So bleibt manchem Wanderer nur ein Umweg über einen Weg, dem schon vor vielen Jahren in der ehemaligen Zechengemeinde ein langer Warteprozess vorausging: Der im Zuge des Umbaus zum Haltepunkt geschaffenen Bahnunterführung am Palenberger Bahnhof.

Von dort aus ist das idyllische Wurmtal, ein echter Anziehungspunkt für Menschen aus der gesamten Region, dann wieder leicht erreichbar.