Geilenkirchen/Breitscheid: Blutspende mit Typisierung

Geilenkirchen/Breitscheid: Blutspende mit Typisierung

„Blutspender helfen Leukämiepatienten“ unter dieser Überschrift rufen der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes sowie die Stefan-Morsch-Stiftung zur Blutspende und Typisierung auf. Viele Blutspender haben in der Vergangenheit beim DRK immer wieder angefragt, ob sie nicht bei einem Blutspendetermin gleichzeitig Blut für die Typisierung spenden könnten.

Dafür hat das Rote Kreuz nun die Stefan-Morsch-Stiftung als Partner gewinnen können. Am Dienstag, 2. Februar, will man im Rahmen des Blutspendetermins gemeinsam darauf aufmerksam machen, wie durch Blutspenden und Stammzellspenden das Leben von Krebspatienten gerettet werden kann. Von 16 bis 20 Uhr heißt es deshalb in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, Pestalozzistraße 27, „Lebensretter gesucht“.

Der DRK Blutspendedienst West erklärt: „Die steigende Lebenserwartung älterer Menschen und das Ausscheiden von Spendern aus Alters- und Gesundheitsgründen wirken sich in großem Umfang auf den Bedarf an Blutkonserven aus.“ Ähnliche Konsequenzen sieht auch Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung, durch den demografischen Wandel auf die Stammzellspenderdateien zukommen: „Es ist wichtig junge Menschen über das Thema Blutspende und Stammzellspende zu informieren. Denn die Zahl der Krebspatienten, die in den kommenden Jahren Blutkonserven und Stammzellspenden benötigen, wird mit einer wachsenden älteren Bevölkerung stark zunehmen.“

Auf eine hohe Beteiligung an der Aktion hofft auch Stephan David Küpper vom DRK. „Wir freuen uns, wenn unser Appell nicht ungehört bleibt, denn jede Blutspende in Kombination mit einer Knochenmarktypisierung ist enorm wichtig, weil dadurch die Chance für einen an Leukämie Erkrankten steigt“.

Schon heute werden nach Statistiken des DRK fast 30 Prozent der Blutkonserven für Krebspatienten verwendet. Emil Morsch kennt Beispiele aus der Praxis: „Viele Leukämiepatienten bekommen nach einer Stammzelltransplantation noch Blutprodukte zur Unterstützung der Therapie. Aber schon vorher sind Blutkonserven nötig — etwa um die Wartezeit zu überbrücken, bis ein lebensrettender Stammzellspender gefunden wird.“

Jährlich erkranken allein in Deutschland rund 11.000 Menschen an Leukämie. Oft reichen Bestrahlung und Chemotherapie nicht aus, um den Blutkrebs zu besiegen. Dann ist die Transplantation von Knochenmark oder Blutstammzellen eines gesunden Spenders für die Patienten oft die letzte Hoffnung auf Heilung.

Als Stammzellspender kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kostenlos registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten eine Einverständniserklärung unterschreiben. Nicht spenden dürfen Menschen, die unter 50 Kilogramm wiegen. Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Blutspende. Blutspender, die sich typisieren lassen wollen, bekommen einfach ein Röhrchen Blut (knapp einen Fingerhut voll) zusätzlich abgenommen.

Dieses Röhrchen geht dann zu Analyse ins Labor der Stefan-Morsch-Stiftung. Die Gewebemerkmale werden dort registriert und anonymisiert an das deutsche Zentralregister in Ulm weitergegeben, wo sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen.

Für alle, die mehr über die Blutspendetermine mit Typisierungsaktionen in Wohnortnähe wissen wollen, hat der DRK eine kostenlose Hotline unter der Rufnummer Telefon 0800/1194911 geschaltet. Fragen speziell zur Typisierung beantwortet die Stefan-Morsch-Stiftung unter Telefon 0800/7667724.

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