Geilenkirchen: „Blick für Geilenkirchen“: Baumstämme und Augen im Mittelpunkt

Geilenkirchen: „Blick für Geilenkirchen“: Baumstämme und Augen im Mittelpunkt

Wer in diesen Tagen in den Lichthof des St.-Elisabeth-Krankenhauses tritt, sollte sich zwar auf intensive Blicke vorbereiten, jedoch keine Angst haben, beobachtet zu werden. Denn die aktuell dort gezeigt Ausstellung „Der Blick für Geilenkirchen“ der Künstlerin Veronika Kropidlowski hat zwei immer wieder und in mannigfacher Ausführung auftretende Motive.

Baumstämme und Augen, ob nun Tier- oder Menschenaugen.

Sie fühlten sich zwar nicht beobachtet, waren sich jedoch der zahlreichen intensiven Blicke an den Wänden bewusst: Künstlerin Veronika Kropidlowski sowie Meinolf Schrage (l.) und Laudator Johannes Bindels von „Kunst im Krankenhaus“. Foto: Andrea Schever

In Zusammenarbeit mit der Ehrenamtler-Gruppe „Kunst im Krankenhaus“ (KiK) unter der Leitung von Meinolf Schrage präsentierte die Künstlerin bei der Vernissage eine reiche Auswahl ihrer Werke, so dass Patienten und Besucher beim Betrachten ein wenig die Zeit und ihre Sorgen vergessen können. Dazu sind die Bilder allemal in der Lage: Der Blick in die Augen von unter anderem Katze, Krokodil, Schaf und Elefant, aber natürlich auch Mensch ist nicht nur wegen seiner fotorealistischen Qualität fesselnd. Denn auch emotional werden die Betrachter zu einer Art Kommunikation aufgefordert, geraten in den Zwiespalt, in die Seele des anderen zu schauen und sich dabei ein Stück weit selber zu erkennen.

Eigens geschossene Fotos

Als Grundlage für ihre Bilder, die je nach Motiv in mehreren Tagen, Wochen oder auch Monaten entstehen, nutzt die Zeichnerin immer eigens geschossene Fotos. Mit viel Geduld nähert sie sich dazu beispielsweise den Tieren langsam, um eine gestochen scharfe Aufnahme der oder des Auges zu erhalten. Sie selbst wird aufgrund der Lichtspiegelung häufig auch ein Teil des später fertigen Kunstwerkes. Für die Umsetzung auf Papier nutzt Veronika Kropidlowski stets nur Farbstifte und verleiht den Bildern aufgrund des reichen Farbspektrums eine leuchtende Intensität. Sie schraffiert, schummert, verwischt und legt Farbschichten übereinander, um genau das von ihr gewünschte Ergebnis zu erhalten. Ob nun im handlichen Blattformat oder bei wandausfüllenden Großwerken.

Die Beschäftigung mit dem Auge und dem Blick ist für Veronika Kropidlowski eine Art Konfrontation. Sie selbst sagt über sich, so leitete auch Laudator Johannes Bindels zu Beginn der Vernissage ein, dass sie früher nicht gut Blicken stand hielt, Menschen nicht gerne in die Augen schaute. So entstand ab 1986 unter ihrer Lehrerin Gerlinde Zantis das Interesse und Bestreben, sich künstlerisch mit diesem Motiv auseinanderzusetzen. Dies gelingt ihr so gut, dass eine Kunstlehrerin während der Vernissage an sie herantrat und nach einigen interessierten Fragen betonte, dass sie mit ihren Schülern noch einmal hierher kommen wolle, um das gerade behandelte Thema Augen zu vertiefen.

Damit diese Werke entstehen können, fotografiert die Künstlerin Kinder, Verwandte und Bekannte, Haus- wie auch Zootiere, mal mit Fokus auf dem Auge, mal mit Fokus auf der Spiegelung, um eine Zeichengrundlage zu erhalten. So zeichnet sie neben dem lebendigen, den Charakter des Wesens ausdrückenden Blick auch im Augapfel gespielte Welten, bei denen das Auge zu einem Betrachtungsmedium wird.

Zwei speziell für die Ausstellung geschaffene Werke mit einem derartigen Blick auf die Krankenhaus-Kapelle und St. Mariä Himmelfahrt in der Innenstadt zieren ebenfalls die Ausstellung. Diese ist für Patienten und Besucher, aber auch für jeden Interessierten noch bis zum 18. April im Lichthof des Krankenhauses zwischen den Stationen C3/B3 zu den Öffnungszeiten zu bewundern.