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Geilenkirchen: Bezuschussung der Vereine in der Diskussion

Geilenkirchen : Bezuschussung der Vereine in der Diskussion

Lange, teilweise recht emotional geführte Debatte um die Vereinsförderung im Geilenkirchener Stadtrat: „Die Höhe der Vereinsbezuschussung von 16.000 Euro bleibt bestehen und wird nach dem Modell des Stadtsportverbands vom 10. Dezember 2002 an die Vereine ausgezahlt”, lautete ein Antrag der SPD-Fraktion.

„Bei den Begehungen der Sportstätten durch Vertreter des Stadtsportverbands, der Nutzervereine und Vertretern der Stadt Geilenkirchen werden Potenziale von Einsparmöglichkeiten durch Energiesparmaßnahmen und Pflegearbeiten, die eventuell durch die Nutzervereine übernommen werden können, geprüft und besprochen”, hieß es weiter in dem Antrag.

Die zu erwartenden Landesmittel in Höhe von 12.000 Euro sollten über Ratsbeschlüsse zweckgebunden für Investitionen in die Sportstätten eingebracht werden.

Zur Debatte stand aber auch noch der Vorschlag der CDU: Die Grundförderung bleibt bestehen, Erwachsenen-Sportgruppen sollen für die Nutzung städtischer Anlagen fünf Euro pro Stunde zahlen.

Diese Einnahmen sollen dann den Sportvereinen zugute kommen, die Jugendarbeit betreiben. „Ein wie von der CDU-Mehrheitsfraktion eingebrachter Vorschlag würde von den Vereinen als Kahlschlag empfunden werden, weil viele sozial Schwächere und nichtaktive Mitglieder, die aus Tradition und Verbundenheit zu ihren Heimatvereinen dort fördernde Mitglieder sind, austreten würden”, begründete die SPD ihren Antrag, der von allen Sportvereinen in Geilenkirchen nach Auskunft des Stadtsportverbands mitgetragen werde.

„Nur weil Geilenkirchen es versäumt hat, ein Energiesparkonzept vorzulegen, sollen die Vereine jetzt zur Kasse gebeten werden. Die von der CDU eingebrachten Grausamkeiten können wir nicht mittragen. Wir wollen die Belange des Stadtsportverbandes unterstützen”, übte Jürgen Plein (SPD) in der anschließenden Debatte Kritik.

Die CDU wollte diesem Antrag der SPD nicht folgen: „Unser Konzept ist zukunftsweisend”, erklärte deren Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff. „Wir wollen von den Erwachsenen für die Nutzung einen kleinen Obolus in Höhe von fünf Euro pro Stunde verlangen. Bei einer Gruppe von 20 Leuten sind das 25 Cent pro Person. Dieses Geld können wir nutzen, um den Jugendsport nachhaltig zu fördern”, rechnete er vor.

Die Kassen seien leer, man müsse damit rechnen, dass künftig weitere Leistungen gekürzt würden. Was die Senioren zu zahlen hätten, sei nur ein Bruchteil der tatsächlichen Kosten. „Es hat zu einer Skepsis in den Vereinen geführt”, gestand Wolff ein.

Aber: „Wir haben es vor zwei Jahren auch mit der Stadtbücherei gemacht, und es gab keine Einbußen, sondern eine bessere Qualität des Angebots.” Die FDP - so Manfred Solenski - habe keine Schwierigkeiten mit dem SPD-Antrag und stimme zu. Auch die Freie Bürgerliste stimme zu, erklärte deren Sprecher Manfred Mingers.

Zum Antrag der CDU meinte er: „Bei dem Volumen des städtischen Haushaltes ist das nur eine symbolische Maßnahme. Die Vereine erwarten aber Probleme, eine Einschränkung der Vereinsarbeit und Schwierigkeiten, wenn Jugendliche und Erwachsene gleichzeitig trainieren wollen.”

Bürgermeister Franz Beemelmanns unterstützte den Antrag der CDU: „Was die Senioren zahlen, ist für die Jugend. Es kann nicht sein, dass Senioren eine städtische Einrichtung benutzen ohne dafür zu zahlen. Im Sportbereich war es der Anfang. Bei den kulturellen Vereinen werden wir weiter machen.”

Heiner Coenen (SPD) kritisierte die „unglückliche Kommunikation mit dem Stadtsportverband”. „Die Leute in den Vereinen sind stinkig. Das sind Leute, die seit Jahrzehnten bei Wind und Wetter ehrenamtlich tätig sind und dann wird so unsensibel hantiert.”

Wolff betonte schließlich: „Es hat Konsens mit dem Stadtsportverband gegeben.” Coenen: „Dann gibt es zwei in der Stadt.”

Schließlich kam es zur Abstimmung, wobei die SPD für ihren Antrag geheime Abstimmung beantragte: Für den SPD-Vorschlag stimmten 13 Stadtverordnete, dagegen votierten 23.

Anschließend wurde über den Antrag der CDU abgestimmt. Bei zwei Enthaltungen stimmten 13 dagegen, 21 dafür.