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Geilenkirchen: Bewährung hängt am seidenen Faden

Geilenkirchen : Bewährung hängt am seidenen Faden

Vier Jahre Jugendstrafe, einschlägige Vorstrafen wegen der Einfuhr und des Besitzes von Betäubungsmitteln und wegen gewalttätiger Delikte hatte ein 26-jähriger Arbeiter vorzuweisen, der sich vor dem Amtsgericht verantworten musste.

Unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Anselm Pütz war der Mann wegen Besitzes von 11,727 Gramm Heroin angeklagt worden.

Diese Menge mit einem Wirkstoffgehalt von 4,5266 Gramm Heroinhydrochlorid wurde bei ihm am 3. April diesen Jahres bei einer Kontrolle in Gangelt gefunden.

Der Angeklagte beteuerte, dass es sich hierbei um Drogen für den Eigenkonsum handelte. Begonnen habe die Drogentour mit einem geplanten Besuch bei einem ehemaligen Schulkameraden in Heelen/NL.

Dort am Bahnhof angekommen, sei der 26-Jährige nach eigener Aussage von mehreren Jugendlichen angesprochen worden. Sie boten ihm Drogen an, einigten sich mit dem Angeklagten auf zehn Gramm für 200 Euro.

Zunächst habe der damals schon seit drei Monaten in Methadon-Therapie befindliche Angeklagte fünf Gramm haben wollen. Doch mit der Aussicht eines möglichen Rückfalls in die Sucht, habe er gleich zehn Gramm haben wollen.

Seine Drogenkarriere begann der Mann zunächst mit Marihuana und Amphetamin, 2001 sei er „irgendwie da reingerutscht”. Von diesem Zeitpunkt an, nach Entlassung aus einer vierjährigen Jugendstrafe, habe er zwischen 0,1 und zwei Gramm Heroin täglich geraucht.

Erst ab Januar diesen Jahres sei er zur Therapie gegangen, inzwischen sehr erfolgreich. So legte Verteidigerin Rechtsanwältin Tanja Fussan ein ärztliches Gutachten vor, in der ihm große Fortschritte bescheinigt wurden.

Vor diesem Hintergrund und auch, da die nicht geringe Menge laut Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts nur geringfügig überschritten worden sei, forderte die Staatsanwältin 18 Monate. Die Bewährung könne, so Schlenkermann-Pitts weiter, „mit großen Bedenken” gewährt werden.

Verteidigerin Tanja Fussan reduzierte diese Forderung auf ein Jahr mit Bewährung, das Gericht erkannte schließlich auf 15 Monate mit Bewährung. Dazu wurde die Bewährungszeit auf fünf Jahre festgelegt, dem gesetzlichen Maximum.

Zusätzlich wurden dem 26-Jährigen 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit auferlegt. Richter Anselm Pütz appellierte schließlich in der Urteilsbegründung nochmals an den Angeklagten, dass die Bewährung „an einem seidenen Faden” hänge.