Geilenkirchen: Beschließt die Politik den Rückbau des Kraudorfer Sportplatzes?

Geilenkirchen: Beschließt die Politik den Rückbau des Kraudorfer Sportplatzes?

Das Herbstlaub müsste mal entfernt werden. Ansonsten fällt es schwer, auf dem Fußballfeld des FSV Kraudorf-Uetterath Mängel zu entdecken. Und doch hat es keine Zukunft. Zumindest lautet so die Empfehlung eines „Entwicklungs- und Sanierungskonzepts der Sportfreianlagen“, über das der Sportausschuss kommende Woche entscheiden soll.

Investitionen lohnen nicht mehr, der Sportplatz solle zurückgebaut oder an den Verein übergeben werden. Was das zu bedeuten hat, weiß niemand so richtig. Das Konzept stellt den elf städtischen Freisportanlagen generell kein gutes Zeugnis aus. „Sanierungsbedarf besteht auf allen untersuchten Anlagen“, heißt es. Dementsprechend werden für eine ganze Reihe davon hohe Investitionen im sechsstelligen Bereich vorgeschlagen. Vier hingegen sollen weg: Neben der des FSV Kraudorf handelt es sich um die in Prummern (Aufgabe und Rückbau), in Tripsrath (Aufgabe und Rückbau zu Bolzplatz) und Würm (langfristige Aufgabe). Während die drei letztgenannten Plätze allerdings, etwa durch Vereinsfusionen, kaum noch genutzt werden, spielen und trainieren die Mannschaften des FSV Kraudorf noch vor Ort.

Ein Vorschlag, was aus dem Verein werden soll, ist in dem Gutachten nicht enthalten, und vielleicht wäre es auch allein Aufgabe der Stadt, hier eine Lösung zu finden, nicht des Gutachters. Allerdings hat kein einziger Vertreter der Verwaltung bislang Kontakt zu dem Verein aufgenommen. Nur durch Zufall hat der Vorstand um den Vorsitzenden Peter Biermanns Kenntnis von dem Vorhaben erhalten. „Das ist doch schon für sich ein Skandal, dass niemand es für nötig hält, mit uns zu sprechen, es ist eine Frechheit“, schimpft Markus Westphal, Leiter der Altherrenmannschaft.

Aus dem Rathaus war für unsere Zeitung wenig in Erfahrung zu bringen. Bürgermeister Georg Schmitz kannte das Gutachten gar nicht. Und der Technische Beigeordnete Markus Mönter relativiert, dass es sich um ein „langfristiges Konzept“ handele, das „zur Orientierung“ gedacht sei. Wie die Lösung für den FSV aussehen werde, sei „noch zu überlegen“. Es lässt sich also festhalten: Die Politik soll kommende Woche eine Entscheidung treffen, deren Folgen sich nicht nur nicht absehen lassen, sondern die auch noch nicht überdacht worden sind.

Der Stil ist das eine. Das andere ist das Gutachten selbst, dessen Inhalt Biermanns, Westphal und Beisitzer Markus Motzkus deutlich in Zweifel ziehen. So seien die Angaben zur Zahl der Mannschaften bei manchen Vereinen teils drastisch falsch. Und auch die angegebenen Mängel an der eigenen Anlage können sie nicht nachvollziehen. Maulwürfe und Wühlmäuse kämen zwar in der Tat vor. „Das war aber schon immer so, da kümmern wir uns selbst drum“, sagt Peter Biermanns. Und die „defekten Tore“ und „defekten Zaunanlagen“, von denen im Gutachten die Rede ist, lassen sich vor Ort tatsächlich nicht feststellen. Ohnehin kann die Anlage allzu schlecht nicht sein: Diesen Sommer fand dort noch die Stadt-Fußballmeisterschaft statt, vieles wurde eigens auf Vordermann gebracht. Auch gibt das Gutachten keine Auskunft dazu, wie teuer der Erhalt der Anlage eigentlich wäre.

Die Geschichte ähnelt der um die Schließung der Feuerwehr Beeck. Auch dort beklagten die Beteiligten die mangelhafte Kommunikation von Seiten der Stadt und dass ihnen ihr Einsatzfahrzeug praktisch unter dem Hintern weg verkauft worden sei. Als die Beecker begannen, für Wirbel zu sorgen, war der Ratsbeschluss mit der Verabschiedung des Brandschutzbedarfsplans allerdings bereits gefallen. Im Falle des Sportplatzes steht er noch aus. Der Verein hofft, hier bis zur Ausschusssitzung noch etwas bewegen zu können.

Auch ist man gespannt auf die heutige Sitzung des Stadtsportverbandes. Denn in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung für den Sportausschuss heißt es, das Konzept sei „in enger Abstimmung“ mit dem Verband entstanden.