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„3 mal zwei“: Beim Konzert den Nerv getroffen und zu Tränen gerührt

„3 mal zwei“ : Beim Konzert den Nerv getroffen und zu Tränen gerührt

Musiker der regionalen Szene haben beim Konzert „3 mal zwei“ im Haus Basten die Zuhörer begeistert. Das Konzept des Vereins „GK Kulturgut!“ ging voll auf.

Mit dem Konzert „3 mal zwei“ kam der Verein GK Kulturgut! seinem selbstgestellten Auftrag nach, Kunst und Kultur in Geilenkirchen anzubieten. Und dieses Angebot wurde von den Zuhörern, die den Saal von Haus Basten gefüllt hatten, auch sehr gerne und mit großer Begeisterung angenommen.

Der Verein präsentiert seit Jahren ein Ausstellungsprogramm im Haus Basten, das auch überregional tätigen Künstlern eine Plattform bietet. Pandemiebeding hatte das Ressort „Musik“ des Vereins, das von Maria Slagboom geleitet wird, bislang noch nicht so oft Gelegenheit, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen. Doch mit dem Konzert „3 mal zwei“, bei dem „zweieinhalb“ Duos der regionalen Musikszene ihre Lieder präsentierten, zeigte sich, das solche Konzerte mit heimischen Künstlern längst überfällig waren.

Maria Slagboom moderierte das Konzert und hieß die zahlreich erschienenen Zuhörer willkommen. Sie verwies darauf, dass der Verein unter Vorsitz von Willi Arlt Kultur jeglicher Art in die Stadt bringen möchte. In Zusammenarbeit mit der Stadt Geilenkirchen veranstalte man Theateraufführungen mit dem Grenzlandtheater, Kunstausstellungen, Lesungen und Konzerte, oft auch in Kooperation mit der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg.

Die fünf heimischen Musiker, die dieses Konzert mit ihren Liedern gestalteten, hätten, so Slagboom, eines gemein, nämlich, dass sie die Musik lieben und leben. Ovationen der Zuhörer und zwei Zugaben der Musiker mit dem gesamten Ensemble bewiesen, dass dieses Angebot tatsächlich den Nerv der kulturinteressierten Bevölkerung getroffen hatte. Maria Slagboom: „Geilenkirchen und Umgebung hat viele Künstler zu bieten, die zwar ihre Talente in ihrem Hobby ausleben, aber nichtsdestotrotz mit ihren Darbietungen begeistern können. Wahrscheinlich auch, weil sie selber mit Begeisterung dabei sind.“

Das Liedermacher-Konzert bot dem Publikum von Anfang bis Ende eine kurzweilige Unterhaltung mit vielen Eindrücken dessen, was ein Lied darstellen kann. Die selbstkomponierten und getexteten Lieder von Hans Hilgers und Peter Graßer ließen eine besondere Stimmung aufkommen. Sicher auch deswegen, weil die Texte von vielen so gut nachvollziehbar waren. Geschichten, die das Leben schreibt, wie es so schön heißt. Im Lied „Der alte Baum“ drehten sich die Gedanken um den Baum, der einst vor dem Küchenfenster des Elternhauses stand. Das „Lied der Unendlichkeit“ stellte mit künstlerischen Mitteln dar, wie sich die Welt immer weiter dreht und die Ereignisse sich wiederholen. Hans Hilgers agierte dabei mit seiner sonoren, kräftigen Stimme als Solosänger. Mit feinen Begleittönen von Duopartner Peter Graßer untermalt, wurden die Zuhörer perfekt in die Stimmung des jeweiligen Liedes mitgenommen.

Das zweite Duo dieses Konzertes, Eva Hommerding und Heinz Quix, wollte eigentlich klassische Pop-Songs singen. Da Eva Hommerding aber leider kurzfristig ausgefallen war, bot Heinz Quix Lieder des im Selfkant geborenen Liedermachers Funny van Dannen an. Funny van Dannen ist bekannt und berüchtigt für seine in die Tiefe gehenden Texte, die dem ein oder anderen im Saal von Heinz Quix vielleicht zum ersten Mal präsentiert wurden. Heinz Quix hatte sozusagen die gleichen Schulbänke auf dem Heinsberger Gymnasium gedrückt wie Funny van Dannen. Und auch, wenn sich ihre Lebenswege später nicht mehr kreuzten, hatte Heinz Quix die Vorliebe für die manchmal skurrilen, aber stets poetischen Lieder seines ehemaligen Schulkameraden beibehalten. Mit Liedern wie „Drohne“, „Farben“ oder dem witzigen „Nuttenauto“ führte Heinz Quix die Zuhörer in die Welt des Funny van Dannen ein.

Mit Witz, Charme und eigenen Interpretationen von Liedern aus dem Mittelalter bis zur Gegenwart konnte auch das Duo Susanna Jochims und Christoph Esser das Publikum überzeugen. Mit wechselnden Kopfbedeckungen, etwa einem Blumenkranz und einer mittelalterlich anmutenden Kappe bei einem Lied eines der bedeutendsten Lyriker des Mittelalters, Walther von der Vogelweide, erzeugte das Duo auch gleich einen Eindruck der jeweiligen Zeitepoche. Susanna Jochims und Christoph Esser begeisterten ihr Publikum mit einem Repertoire, das die Vielfalt des Liedgutes wunderbar vor Augen führte. Von den Klassikern „Lilli Marleen“ bis zu „Bei mir bist Du schön“ harmonierten die beiden und rührten beispielsweise mit der „Sachlichen Romanze“ von Erich Kästner manch einen Gast auch mal zu Tränen.

Der Applaus des Publikums war den Musikern der verdiente Lohn. Ein weiteres Konzert mit heimischen Musikern plant der Verein GK Kulturgut! für das kommende Frühjahr.