Übach-Palenberg: Bei Mannheims bleibt keine Platte locker

Übach-Palenberg: Bei Mannheims bleibt keine Platte locker

Exakt 203 lose Gehwegplatten sind es, um die sich Gottfried „Friedel“ Mannheims kümmern muss. Natürlich begibt sich der Leiter des Technischen Betriebes — früher offiziell und heute noch inoffiziell „Bauhof“ genannt — nicht persönlich auf den Boden der ehemaligen Zechengemeinde, sondern schickt seine Fachleute vom Technischen Betrieb.

Und die haben eigentlich permanent viel zu tun, denn kaum hat sich derzeit die letzte Schneeflocke in Wasser verwandelt, müssen auch die Schäden des ausgesprochen dunklen und langen Winters behoben werden.

„Wir arbeiten derzeit mit drei Abteilungen der Stadtverwaltung daran, die Menschen wieder gefahrlos aktiv über die Straßen der Stadt laufen und fahren zu lassen“, erzählt Mannheims. Auch unterwegs, wenn er nicht in der Zentrale an der Daimlerstraße sitzt, hat er immer Telefondienst und ist per Freisprechanlage erreichbar.

Kaum eine Minute vergeht, ohne dass das Mobiltelefon bimmelt und er mit Mitarbeitern, aber auch mit Bürgern der Stadt, wichtige Dinge klärt.

Das sind oft Kleinigkeiten für den Großbetrieb, die für jeden einzelnen Bürger aber das große Ganze ausmachen. Wie zum Beispiel in der Holthausener Straße, wo an der rückwärtigen Einfahrt eines gastronomischen Betriebes lose Gehwegplatten wieder in Form und Fassung gebracht werden. Platte anheben, fachgerecht unterfüttern und wieder passend einsetzen, fertig.

Was sich schnell liest, dauert aber seine Zeit und will von fachmännischer Hand gemacht werden, damit nicht in zwei Wochen das Telefon wieder wegen dieser Platte klingelt.

In Sachen alte Leier haben die fleißigen Männer vom Technischen Betrieb übrigens einige Erfahrung. Denn eigentlich waren sie schon vor rund zwei Wochen davon ausgegangen, dass jetzt Schluss ist mit frostig und hatten eine Liste der abzuarbeitenden Stellen angefertigt. „153 Gehwegplatten waren es da noch“, sagt Friedel Mannheims. Allein daran lässt sich gut ablesen, wie sehr sich eine relativ kurze, weitere Frostperiode auf die Arbeit vor Ort niederschlägt. „In diesem Jahr ist es ganz extrem mit den Frostschäden“, stellt er klar.

Was der ganze Aufwand nun kostet, traut er sich aber nicht zu beziffern. „Wir sind ja mit dem Tief- und Hochbauamt Hand in Hand dabei, alles zu reparieren“, sagt er und zeigt auf die Karte der Stadt, wo sich zum Beispiel auch an der Hauptverkehrsader Friedrich-Ebert-Straße aneinandergereihte Baustellen auftun. „Und wenn ich dann bis Juni plane, muss ich schon mal mehrere Wochen lang zwei Kolonnen einsetzen, damit alles wieder in Ordnung ist“, rechnet er vor. Geschätzte fünf- bis sechsstellige Beträge kommen so zusammen, damit nicht — wie in diesem Frühjahr teilweise gesichtet — alle zehn Meter Baken die Menschen zur Obacht auffordern.

Aber mit Reparaturen allein ist es nicht getan. „Wir reinigen Grünflächen, die nach dem Winter doch recht verwahrlost aussehen, und vor allem bereitet uns auch der Hundekot Kopfzerbrechen“, sagt Mannheims. Der würde, beschreibt der Betriebsleiter, bei tiefen Temperaturen regelrecht konserviert. Mit der Folge, dass sich an den üblichen Gassi-strecken wahre „Haufenlandschaften“ sammeln.

Hier appelliert Mannheims wieder einmal an die Hundebesitzer, sich, beispielsweise mit Tüten, entsprechend vorzubereiten, damit dieses ganzjährige Problem beherrschbarer wird.

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