Übach-Palenberg: Baugebiet Mariental wird wohl nur zwei Hektar groß

Übach-Palenberg : Baugebiet Mariental wird wohl nur zwei Hektar groß

Das geplante Baugebiet Mariental wird wesentlich kleiner als ursprünglich geplant. Wie am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus deutlich wurde, legen die Übach-Palenberger Stadtverwaltung und die Bezirksregierung in Köln bei den Gesprächen, die zu dem Thema im Hintergrund geführt werden, mittlerweile nur noch eine Größe von zwei Hektar zugrunde.

Das wäre nur ein Bruchteil der gemäß Rahmenplanung vorgesehenen 14 Hektar, die im Juni vergangenen Jahres durch die Kommunalpolitik beschlossen worden ist. Mit dem, was mittlerweile wirklich vorgesehen ist, scheint dieser Beschluss nicht mehr sehr viel zu tun zu haben.

Lob für die Stadtverwaltung

Anlass des Termins im Rathaus war ein Besuch der Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD), der Chefin der Bezirksregierung. Nach nicht-öffentlichen Gesprächen mit der Verwaltungsspitze und den Vorsitzenden der politischen Fraktionen überreichte sie Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (CDU) vor den Pressekameras offiziell die Genehmigung des Haushalts, lobte die Erfolge Übach-Palenbergs auf dem Wege zur Haushaltskonsolidierung und trug sich schließlich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Walskens Behörde spielt bei der Planung für Mariental eine entscheidende Rolle. Voraussetzung dafür, dass vor Ort überhaupt gebaut werden darf, ist nämlich eine entsprechende Änderung des Regionalplans, und diese Änderung hat die Stadt nicht in der Hand.

Walsken machte am Mittwoch deutlich, dass die Stadt behördlicherseits Unterstützung aus Köln erwarten dürfe. „Wohnen und Arbeiten sollen näher aneinandergebracht werden“, sagte sie auch mit Blick auf die Luftreinheit und auf eine stark gestiegene Einpendlerquote in Übach-Palenberg. Die Entscheidung fällt mit dem Kölner Regionalrat letztlich aber ein politisches Gremium.

Dass das Baugebiet nicht in der ursprünglich vorgesehenen Größe verwirklicht werden kann, ist eigentlich keine Überraschung. Denn ein Gutachten bescheinigt dem Plangebiet einen „besonderen Reichtum schutzwürdiger Arten“ und kommt zu dem Schluss, dass davon abzuraten ist, das Projekt in vollem Umfang umzusetzen. Unsere Zeitung machte dies bereits vor über einem Monat öffentlich.

Seitdem herrscht nach außen hin Schweigen, das durchaus die Frage aufwirft, wie es zu werten ist. Zumal nicht nur Stadt und CDU, sondern auch die Opposition und die Bürgerinitiative, die sich eigentlich vorgenommen hatte, das Projekt komplett zu verhindern, Zurückhaltung walten lassen — niemand meldet sich zu Wort. Es sieht fast so aus, als würden die noch vor einem Jahr leidenschaftlichen streitenden Parteien das nunmehr kleinere Gebiet als guten Kompromiss betrachten.

Auch für die Sitzung des Bauausschusses Mittwochabend, der eigentlich das zuständige Gremium wäre, war eine Vorstellung oder gar Besprechung nicht vorgesehen. Das Gutachten bleibt offiziell unter Verschluss. Die Stadtverwaltung teilt dazu auf Nachfrage mit, dass das Gutachten und seine Auswirkungen in der Tat noch im Bauausschuss besprochen werden sollen, jedoch erst in der Sitzung im Juni, womöglich sogar erst nach der Sommerpause, also im September. Bis dahin werde die neue Situation „analysiert, bewertet und in die Planungen übernommen“.

Beim Pressegespräch entstand der Eindruck, dass man auf diesem Wege durchaus schon Fortschritte erzielt hat.