Geilenkirchen: Bauchemer Kirche vor dem Abriss?

Geilenkirchen: Bauchemer Kirche vor dem Abriss?

Die Zukunft des Pfarrzentrums in Bauchem mit der Filialkirche St. Josef ist ungewiss: Die Substanz der in den 70er-Jahren erbauten Kirche erfordert dringend eine Sanierung. Die Kosten beziffert Pfarrer Peter Frisch mit rund einer halben Million Euro.

Hinzu komme die Erneuerung der Heizungsanlage und der Glocken. „Vor dem Hintergrund, dass 30 Prozent der Bistumszuschüsse für Gebäude in den kommenden Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen und im Rahmen eines kirchlichen Immobilienmanagements die Pfarreien überlegen müssen, welche Gebäude noch von Bistumsseite bezuschusst werden sollen, stellt sich die Frage nach der zukünftigen Nutzung der Filialkirche und des Pfarrzentrums in Bauchem“, schreibt der Pfarrer von St. Mariä Himmelfahrt im am Donnerstag erschienenen Gemeindebrief.

Er sucht das Gespräch mit der Gemeinde über die Zukunft der Kirche Bauchem: Pfarrer Peter Frisch.

Schon seit einigen Jahren sei mit Blick auf die zukünftige Entwicklung und zur Deckung der Unterhaltskosten ein Teil des Pfarrzentrums an die Franziskusheim gGmbH vermietet worden. Die Franziskusheim gGmbh, zu der unter anderem das Franziskusheim und die Senioreneinrichtung auf Burg Trips gehören, betreibt im Bauchemer Pfarrzentrum ein Tagespflegehaus mit 14 Plätzen.

Pfarrer Peter Frisch, auch Vorsitzender des Aufsichtsrates der Franziskusheim gGmbH, weist darauf hin, dass die pastorale Nutzung des Pfarrzentrums und der Kirche eingeschränkt worden sei. Trauungen, Taufen und Sondergottesdienste finden dort nicht mehr statt. Eine Eucharistiefeier wird nur 14-tägig in der ehemaligen Garnisonskirche der Selfkant-Kaserne abgehalten.

Dies, so erklärt Frisch im Gemeindebrief, sei mit Blick auf eine absehbare zukünftig nicht mehr gegebene Nutzbarkeit der Kirche und der anderen Räumlichkeiten aus Gründen des hohen Sanierungsbedarfs und nicht mehr aufzubringende Unterhaltskosten für das Gebäude entschieden worden. Es sei immer wieder nach Lösungen gesucht worden, um die Kirche erhalten zu können. „Es ist nicht einfach, ein Kirchengebäude zu schließen“, erklärt er und fragt: „Gibt es eine Alternative zum ‚Sterben auf Raten‘?“

Diese Alternative scheint gefunden zu sein. „Es gibt erste Vorüberlegungen der Franziskusheim gGmbH, auf dem Grundstück von Kirche und Pfarrzen—trum die Tagespflege durch eine sozial-caritative Einrichtung zu erweitern“, erklärt er. Und: „Aufgrund der schlechten Bausubstanz erscheint derzeit eine Planung, die den Erhalt der Kirche und des Pfarrzentrums vorsieht, unrealistisch.“

Auf die Frage, wie eine solche sozial-caritative Einrichtung der Franziskusheim gGmbH in Bauchem aussehen könnte, gibt der neue Geschäftsführer, Hanno Frenken, noch keine konkrete Auskunft: „Wir machen uns Gedanken, wie wir mit der Situation in Bauchem umgehen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Erste Überlegungen sind angestellt.“

Derweil bestätigt Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler auf Anfrage, dass es von der Franziskusheim gGmbH Pläne gebe, auf dem Gelände des Pfarrzentrums Bauchem 40 barrierefreie Seniorenwohnungen zu bauen. „Die Fraktionen begrüßen diese Pläne. Die Politik ist sich einig, dass eine solche Investition eine Bereicherung für Bauchem wäre. Wir sehen darin auch eine Bestätigung unserer wohnungspolitischen Rahmenbedingungen.“

Das Konzept sei noch „nicht rund“, betont das Kirchenvorstandsmitglied Ansgar Lurweg. „Wir machen uns Gedanken, wir sind noch in der Projektentwicklung.“ Die Seniorenwohnungen seien eine Option. Ziel sei, im Sommer einen fertigen Plan vorlegen zu können. Aber ebenso wie Pfarrer Frisch will auch er mit den Gemeindemitgliedern ins Gespräch kommen und mit ihnen über die Zukunft des Pfarrzentrums diskutieren.

Liegen die Pläne der Franziskusheim gGmbH auf dem Tisch, werden sich Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Generalvikariat damit beschäftigen.

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