Geilenkirchen: Bahnhof in Geilenkirchen ist nach Umbau behindertengerecht

Geilenkirchen: Bahnhof in Geilenkirchen ist nach Umbau behindertengerecht

Heinz Pütz ist als Behindertenbeauftragter der Stadt Geilenkirchen schon seit geraumer Zeit mit der Umgestaltung des Geilenkirchener Bahnhofs befasst. Die derzeitigen Umbauarbeiten an den Bahnhöfen Lindern und Geilenkirchen sieht er als wahren Glücksfall an.

Zwar dienen diese Arbeiten hauptsächlich der Anpassung der Bahnanlagen an den neuen Rhein-Ruhr-Express, doch werden im Zuge dessen auch Umsetzungen von behindertengerechten Lösungen auf den Bahnsteigen möglich. Pütz hat in enger Kooperation mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Markus Mönter, schon frühzeitig mit dem Nahverkehr Rheinland und der Deutschen Bahn Gespräche geführt, um behinderten Menschen das Bahnfahren zu erleichtern.

Pütz verweist darauf, dass es bislang etwa für Rollstuhlfahrer großer Umwege bedurfte, um von Geilenkirchen in Richtung Mönchengladbach zu verreisen, da Gleis 2 nur über einen Fußgängertunnel zu erreichen war. Dies wird anders werden, voraussichtlich noch in diesem Jahr. Denn der dritte Bauabschnitt — der zweite steht mit einer Vollsperrung zwischen Lindern und Baal vom 13. Juli bis 27. August kurz bevor — soll nach den Plänen der Bahn bis Jahresende abgeschlossen sein.

Aufzug mit Sprachauskunft

Ein Aufzug wird dann den Zugang zu den Bahngleisen ermöglichen. Dieser Aufzug wird auch behindertengerecht ausgerüstet, jedoch noch nicht ganz so, wie Heinz Pütz es als optimal ansehen würde. Zwar wird es in den Aufzügen eine Sprachauskunft geben und auch die Möglichkeit, über Ertasten von Informationen den behinderten Reisenden zu führen, doch hätte Pütz auch gerne noch einen Bildschirm eingebaut gesehen, der es Hörbehinderten erlauben würde, im Falle eines festsitzenden Aufzuges mit dem nächsten Notdienst in Kontakt zu treten.

Pütz hatte zusammen mit Mönter in den Gesprächen mit den Verantwortlichen des Bahnhofumbaues auch über das Leitsystem für behinderte Menschen gesprochen. Treppen und Bahnsteige werden durch Rillen und Noppen so kenntlich gemacht, dass auch Sehbehinderte und Blinde ihren Weg zum Zug finden werden. Pütz verwies auch auf zu kurze Handläufe an den Treppen. „Wenn der Handlauf zu kurz ist“, sagt Pütz, „dann denkt der Behinderte, er sei unten angekommen und dann kommt noch eine Stufe, und er liegt da.“

Sensibilität für die Einschränkungen zu wecken, mit denen behinderte Menschen tagtäglich ihr Leben bestreiten, ist für Pütz zu einer Aufgabe geworden, die er mit nachhaltigem Engagement betreibt. Und man darf optimistisch sein, wenn er noch lange genug im Wahlamt des Behindertenbeauftragten verbleibt, werden auch die Aufzüge noch mit einem Bildschirm ausgestattet werden. Man darf gespannt sein, wer den längeren Atem hat, die Deutsche Bahn oder Heinz Pütz.

Weitere Punkte der Anpassung an die Bedürfnisse behinderten Menschen sind die Beleuchtung, Beschriftung und die Helligkeit auf den Bahnsteigen. Auch die Höhe der Sitzflächen auf den Bahnsteigen hat Pütz getestet und für zu niedrig befunden. Jeder, der selber einmal mit einer Einschränkung am öffentlichen Leben versucht hat teilzunehmen, wird Heinz Pütz dankbar sein, dass er unermüdlich Details in den Focus rückt, die zwar grundsätzlich gesetzlich geregelt, in der Umsetzung aber durchaus noch verbesserungsfähig sind.