Gangelt: Bäumchen wechsle dich in Gangelt: Pappeln müssen gefällt werden

Gangelt: Bäumchen wechsle dich in Gangelt: Pappeln müssen gefällt werden

Bei einem kennt Wolfgang von der Heiden als zuständiger Revierförster für den Gangelter Beritt keine Gnade: „Die Pappeln sind knatschefaul, wir müssen sie jetzt fällen“. 284 Stück auf dem Gemeindegebiet sind damit gemeint, sie sind der wohl zahlenmäßig größte Posten im „Wirtschaftsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2018“, der nun im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt wurde.

Im Bereich zwischen dem Gangelter Freibad und dem Rodebach sind die Auswirkungen dieser dringend notwendigen Fällungen schon zu sehen: Hier stapelt sich das sauber aufgereihte Holz teils übermannshoch entlang des Weges. Wer nun meint, mit den anstehenden, rund 700 zu fällenden Festmetern Holz sei der große Reibach zu machen, dem nahm von der Heiden schnell den Wind aus den Segeln. Denn genau so wie die hier heimischen Nadelhölzer sei die Pappel kein Holz, das auf dem Markt hohe Preise erzielen könne.

Wichtig sei die Pappel vielmehr als schnell wachsendes Gehölz aber für die heimische Naturlandschaft. „Die Pappel ist für den Pirol eine ganz wichtige Leitart, denn nur dort brütet er“, ergänzte der Fachmann. Darum werden im kommenden Jahr die Pappelreihen mit der Sorte „Robusta“ wieder aufgeforstet.

Was die Kosten für alle geplanten Aktionen betrifft, die natürlich auch die typischen Arbeiten wie Freischneiden oder die Hege des Bestandes umfassen, konnte Forstamtmann von der Heiden Entwarnung geben. Für den gut gepflegten Gangelter Haushalt ergeben sich bei voraussichtlichen Kosten von 20.472 Euro und angesetzten Erträgen von 20.000 Euro keine nennenswerten Belastungen. „Darin enthalten sind auch Waldschutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Reparatur von mutwillig beschädigten Zäunen“, erklärte der Bericht.

Darauf entfallen etwa 900 Euro, die dringend notwendigen Arbeiten an der Wegeunterhaltung beispielsweise an Wanderwegen kosten 4500 Euro, auf die Pflege der jungen Bestände entfallen 2388 Euro. Doch die zu schlagenden Pappeln und deren „Neugründung“, wie es in der Fachsprache heißt, sind der mit Abstand größte Kostenfaktor: Sie verschlingen mit 11.434 Euro den Großteil des Jahresbudgets.

Große Diskussionen um den Plan, der schon vom Haupt- und Finanzausschuss mit der Maßgabe verabschiedet wurde, dass der Fachausschuss ebenfalls zustimmt, gab es nicht. Einstimmig freuten sich die Mitglieder auch auf die anstehenden Begehungen im Jahr 2018, die, so Vorsitzender Hans Ohlenforst (CDU), in einer wärmeren Witterungsperiode angesetzt werden sollen.