Geilenkirchen: Bäriger Spaß bei der turbulenten Fahrt mit dem Ballon

Geilenkirchen: Bäriger Spaß bei der turbulenten Fahrt mit dem Ballon

Der grüne Mann da vorn auf der kleinen bebauten Bühne hat den Bogen raus. Er probiert es erfolgreich mit kollektiver Tierstimmen-Imitation, dann erntete er Applauswellen für sein Gitarrenspiel.

Der lustige Mann da vorn braucht keine fünf Minuten, um die spaßhungrige junge Meute auf Temperatur zu bringen. In der katholischen Grundschule Brucknerstraße hatte die „Bärenbude” geöffnet. Mit ihrem mobilen Programm „Klassenzauber” unterhielten die Protagonisten der beliebten WDR-5-Tagesserie diesmal am späten Vormittag - die halbstündige „Bärenbude” im Hörfunk startet um 19.30 Uhr - die vier ersten Klassen der KGS, die dazu einige Gruppen benachbarten Kindergärten eingeladen hatte.

In der Tat steckt ein pädagogisches Konzept hinter all den witzigen, auch mal schrillen Geschichten, die vor allem von „Johannes” und „Stachel” erzählt werden. Das sind die Sympathieträger der Sendung: zwei Knuddelbärchen mit Grinsegesicht und Knopfaugen, die Schabernack kinderzimmertauglich machen. Die heute Älteren erinnern sich, dass man es mit Fozzy Bär von den „Muppets” auch nicht immer einfach hatte.

Das mediapädagogische Konzept ist diesem Hörfunkprodukt seit 2007 zur Seite gestellt, erklärt Christian Wilczewske. „Fantasie haben und Zuhören können”, darumgeht es im Kern. Der WDR-Marketingexperte organisiert auf dieser Basis auch das Vorbereitungsmaterial für die Lehrer der teilnehmenden Schulen.

Als solche kann man sich beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) bewerben. Dr. Paul Thomas Mohr, KGS-Schulleiter, hat das gemacht. Ein Quartal hat es gebraucht, dann war die Zusage da. Die Kölner Redaktion versucht mit ihren Außenterminen regional abwechslungsreich aufzutreten. „Ich erhoffe mir ein gutes Gemeinschaftsgefühl aus der Veranstaltung”, sagt Paul Thomas Mohr. „Das kann auch den Übergang vom Kindergarten zu unserer Schule vereinfachen.”

So facettenreich wie das Programm, das die doppelte Hundertschaft in der KGS-Sporthalle für eine knappe Stunde mitbekommt. Der Mann da vorn trägt einen laubfroschgrünen Anzug und heißt Erwin Grosche. Der Kabarettist und Autor (56) stimmt Lieder an, animiert zum Mitsingen und Mitmachen. Empfang garantiert: Der Kinderarm ist die Antenne. Die Melodien sind eingängig. Und das WDR-5-Format offenbar so bekannt, das auch die jungen Damen aus dem Lehr- und Erziehungsamt mitsingen können. Der grüne Mann da vorn regelt das alles. Er ist zu bewundern, denn er hat sehr engen Kontakt zu den beiden Kuschelbären, die ihm verrückte Geschichten von der Fahrt mit dem Heißluftballon voller Turbulenzen erzählen.

Johannes und Stachel sind Popstars der Vier- bis Siebenjährigen. Sie wagen sich sogar an ein Experiment: fünf Minuten Stille zu wahren. Aber wenn schon Johannes und Stachel nach Sekunden patzen, können die Kinder das mit schäumender Freude feiern. Es ist trotzdem ein harter Job, die aufgedrehte Menge bei Konzentration zu halten. Das darf schon mal in einem kurzen aber heftigen Krach enden. „Da werden alle wach”, grinsen Johannes und Stachel, deren Plüschäußeres von Dorothee Schmitz und Heiner Kämmer belebt wird.

Und immer wieder hat der grüne Mann da vorn das passende Lied und Versmaß auf den Lippen oder auf dem Akkordeon. Auch beim berühmten „Tschüss-Lied” in der GHS-Halle, das im Radioprogramm ein Schlaflied ist. Wenn man nach einem solchen Tag überhaupt schlafen kann.

Mehr von Aachener Zeitung