Geilenkirchen-Würm: Badewannenrennen auf der Wurm: Auch der Himmel mischt kräftig mit

Geilenkirchen-Würm : Badewannenrennen auf der Wurm: Auch der Himmel mischt kräftig mit

Wer beim 19. Badewannenrennen der Karnevalsgesellschaft Würmer Wenk nicht nass geworden ist, hat was verpasst. Der Spaß im, am und auf dem Wasser hatte auch den Himmel angesteckt, und so ließ er es nach einem kurzen Schauer zum Auftakt des Rennens gleich noch mal richtig gießen, als eine knappe Stunde nach dem Start die Wasserspritzer an der Strecke ein wenig müde geworden waren.

Die Kinder hatten sich in bewährter Manier mit Wasserpistolen ausgerüstet, die von den Eltern mit Eimern, die gleich aus der Wurm befüllt wurden, aufgetankt wurden. Wenn eines der über 30 Badewannengefährte vorbeirauschte, wurde die Crew mit einem kühlen Wasserstrahl begrüßt. Auch die Besatzungen der abenteuerlichen Wassergefährte ließen sich nicht lumpen und spritzen fleißig mit Bordkanone oder gleich mit einem Eimer voller Wasser zurück.

Mal hieß es „Mann über Bord“ (Bild links), mal wurde ein Bierkasten aus den Stromschnellen gefischt (Mitte). Das Team rechts indes demonstrierte per gehisster Flagge Olympiareife. Foto: Dettmar Fischer

Platz 19 für das Dreigestirn a. D.

Mal hieß es „Mann über Bord“ (Bild links), mal wurde ein Bierkasten aus den Stromschnellen gefischt (Mitte). Das Team rechts indes demonstrierte per gehisster Flagge Olympiareife. Foto: Dettmar Fischer

Um kurz nach 15 Uhr waren die ersten Gefährte bei Müllendorf zu Wasser gelassen worden. Der Promiwanne gebührte die Startposition 1. Sie war in diesem Jahr mit dem Teverener Dreigestirn a. D. Prinz Ilka I., Jungfrau Kuni I. und Bauer Marita I. besetzt. In der vergangenen Session hatten die Damen als Stadtdreigestirn amtiert. Sie schlugen sich auch auf dem Wasser gut und belegten am Ende nach 29 Minuten und zwölf Sekunden den 19. Platz.

Mal hieß es „Mann über Bord“ (Bild links), mal wurde ein Bierkasten aus den Stromschnellen gefischt (Mitte). Das Team rechts indes demonstrierte per gehisster Flagge Olympiareife. Foto: Dettmar Fischer

Zwei rosafarbene Krokodile dienten dem Frauendreigestirn als Basis ihrer Wasserkarosse. Über einen Brettersteg gelangten die Majestäten etwas unsicheren Fußes auf das schaukelnde Schiffchen. Ein Prinzenwagen wäre den sympathischen Karnevalistinnen in dem Moment sicherlich lieber gewesen. Von den Planken befreit, rauschte das Dreigestirn rückwärts über die Startgerade. Dann gelang die Wendung und das Ziel in Flahstraß konnte angesteuert werden. Ein Handküsschen hier, eines da, und gefolgt von einem riesigen weißen Schwan, gondelten die Damen an der Menschenmenge vorbei.

Team Schwanensee im rosa Tütü

Auch auf dem nachfolgenden Schwan herrschte Rosa vor. Vier Jungs im Tutu machten eine gute Figur als Team Schwanensee, zumindest bis zur ersten Stromschnelle. Da die KG Würmer Wenk sich auch außerhalb der närrischen Jahreszeit dem Brauchtum verpflichtet fühlt, ist auch die Vergabe der Preise keine bierernste Angelegenheit. Es gibt einen ersten Preis für die Frauen, der an die Milchschnitten aus Ratheim ging, und einen ersten Preis für die Männer, der an ein Team ging, das erstmalig teilnahm und aus Venrather Schützen und Karnevalisten bestand. In 10 Minuten und 58 Sekunden meisterten die Venrather die Strecke.

Dem Team „Die Vier aus’m Selfkant“ hingegen gelang es unter Aufbietung der letzten Kräfte, das Zeitlimit von einer Stunde zu überschreiten. Schon im Fahrerlager hatten die Jungs mit flotten Sprüchen wie „Kräht der Bauer auf dem Mist, hat der Hahn sich wohl verpisst“ auf sich aufmerksam gemacht.

Ihre Rennstrategie setzten sie nach dem Start auf beeindruckende Weise um. Wo andere Teams durch Schaukeln ihrer Badewanne versuchten, Tempo zu machen oder auch mal zwei Mann der Besatzung hinter dem Boot herschwammen, um es in Schwung zu bringen, dümpelten die „Die Vier aus’m Selfkant“ mit ihrem „Kraut und Rüben“ getauften Vehikel so elegant langsam vor sich hin, dass sie von mehreren nachfolgenden Teams locker überholt wurden. An schönen Stellen der Wurm legten die Vier ein Päuschen ein, grüßten freundlich die Vorbeifahrenden und lieferten sich mit den anderen Bootsbesatzungen Wasserschlachten. Stets eine Hand an der Bierdose und die zweite frei zum Winken, ergatterten die „Vier aus’m Selfkant“ zumindest Haltungspunkte.

Kniescheibe angedötscht, Knöchel geprellt: Das waren Verletzungen, für die echte Seebären von den am Ufer mitziehenden Freunden und Verwandten kein Mitleid erwarten durften. „Ein bisschen Verlust ist immer“, war der einzige Kommentar der Holden, die vom Ufer aus das Renngeschehen verfolgte. Trümmerteile, die vorausfahrende Badewannen verloren hatten, wurden von den nachfolgenden gleich auf Tauglichkeit untersucht. Ein aus dem Wasser gefischter, leerer Bierkasten erwies sich allerdings als schlechter Ersatz für ein verlorenes Paddel.

Wackelige Nussschalen

Zur Freude der vielen Zuschauer, die sich an den beiden Stromschnellen postiert hatten, ging natürlich auch das ein oder andere Team baden. Anerkennung gab es hingegen für manch eher wackelige Nussschale, wenn diese unbeschadet einen der neuralgischen Streckenpunkte passierte. Müde, aber glücklich feierten die Teams mit ihren Fans am Abend das Burgfest in Honsdorf mit der Band Fahrerflucht.

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