Übach-Palenberg: AWO-Familienzentrum: Kinder feiern ihr Richtfest

Übach-Palenberg: AWO-Familienzentrum: Kinder feiern ihr Richtfest

Mit einem kurzen Knall zersplitterte das kleine Schnapsglas, das Zimmermeister Hein Stassny nach seinem Richtspruch geleert hatte, in tausend kleine Einzelteile. Dann war der offizielle Teil des Richtfests am neuen Anbau des Familienzentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Boscheln abgeschlossen.

Doch Glück brachten nicht nur die schönen Worte, die Tradition und der in den noch zugigen Gemäuern aufgehängte, bunte Richtbaum. Auch die Kinder der stetig wachsenden Einrichtung an der Friedensstraße trugen ihren Teil dazu bei, dass die künftige Erweiterung des Gebäudes unter einem guten Stern steht. So sangen sie ihr ganz spezielles Baulied, berichteten davon, wie schnell alles ging, und stellten den Bau, die Beteiligten und auch die Werkzeuge gerne einzeln vor. „Unsere neuen Gruppen werden ganz ganz schön“, sangen die künftigen Nutzer, und freuten sich schon, demnächst in zwei neuen Gruppen unter anderem Schlafraum, Küche und Terrasse zu nutzen.

Daten und Fakten

Während die Frühlingssonne zaghaft versuchte, den noch kühlen Gebäudekörper auf Temperatur zu bringen, feierten die Kinder längst ihre kleine Bauparty. Derweil durften sich die Erwachsenen und Offiziellen noch an Daten und Fakten rund um den beeindruckenden Holzbau erfreuen. So wurde das nötige Grundstück schon Ende 2014 gemeinsam mit der Stadt Übach-Palenberg erworben, wie Awo-Kreisgeschäftsführer Andreas Wagner berichtete. „Die Stadt hat den Teil des Grundstücks übernommen, der für die Kita nicht benötigt wurde, den größeren Teil haben wir erworben.“

Wie notwendig die Erweiterung am bisherigen Standort ist, zeigen die noch in Betrieb befindlichen Container, die neben dem bisherigen Hauptbau stehen.

So sind dort derzeit die zwei durch die riesige Nachfrage nötigen Gruppen untergebracht, die voraussichtlich im Herbst dieses Jahres in den Neubau umziehen. „Wenn alles fertig ist, werden hier 120 Kinder untergebracht sein“, ergänzte der frisch gewählte neue Awo-Kreisvorsitzende Bernd Reibel in seinen Worten. Er lobte vor allem das hohe Engagement und dankte für die „endlose Geduld“ bei allen Baumaßnahmen, die mit Abschluss der jüngsten Baumaßnahme voraussichtlich abgeschlossen sein werden. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf gut 1,2 Millionen Euro, die Nutzfläche für die derzeit noch in Containern untergebrachten Kinder beträgt 400 Quadratmeter.

In die Planungen sind laut Andreas Wagner auch die Erfahrungen mit eingeflossen, die schon beim Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren gesammelt wurden. Zugleich ist der Anbau in Boscheln, der sich harmonisch in die bestehende Kita mit ihrer schönen Außenanlage einfügen soll, auch ein Prototyp für weiter Bauvorhaben der Awo. „Spätestens im Sommer dieses Jahres beginnen wir mit dem Bau eines neuen, viergruppigen Kindergartens an der Carlstraße in Übach, der in der gleichen Bauweise errichtet werden soll“, erklärte Wagner dazu.

Das Konzept mit der erweiterten Außenfläche wird wohl auch dort dann zum Tragen kommen. Und natürlich dürfen sich Kinder und Offizielle schon jetzt auf ein flottes Richtfest freuen, bei dem das zersplitterte Schnapsglas als Zeichen des Glücks für den Neubau sicherlich nicht fehlen wird.