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Geilenkirchen: Awacs-Initiative kritisiert Triebwerk-Tests

Geilenkirchen : Awacs-Initiative kritisiert Triebwerk-Tests

Die „Initiative gegen Awacs-Emissionen” erwartet vom Kreis Heinsberg konkrete Aussagen dazu, was gegen eine Gesundheitsgefährdung und Gesundheitsschädigung auf Grund Kerosinbelastung unternommen werde.

Das Anwaltsbüro „Nickel, Dröse, Zabel, Scharff & Eiding” aus Hanau, das die Initiative vertritt, fordert für seinen Mandaten vom Kreis Heinsberg ein sofortiges Einschreiten mittels konkreter Maßnahmen, die der Kreis in einer Stellungnahme bis zum 29. Juni benennen soll.

Von dem Schreiben des Anwaltsbüros wurde am Abend der Gesundheitsausschuss des Kreises Heinsberg informiert. Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, erarbeitet jetzt eine Stellungnahme.

„Der Kreis Heinsberg unterstützt die Anliegen der Initiative und der Geilenkirchener Bürger. Wir haben großes Interesse, dass die Triebwerke ausgetauscht werden. Aber der Kreis hat keinen Einfluss darauf, sondern es ist eine Entscheidung der NATO-Staaten”, erklärte Feldhoff im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Eine Untersuchung hat ergeben, dass eine Gesundheitsgefährdung nicht abgeleitet werden kann. Deshalb tut man sich schwer, eine Entscheidung zu fällen”, so Feldhoff weiter.

Ganz anders sieht das die „Initiative gegen Awacs-Emissionen”. Deren Anwälte schreiben an Landrat Karl Gruber und Dr. Karl-Heinz Feldhoff: „Von Ihrer Behörde blieb bislang die Besorgnis unserer Mandantschaft unberücksichtigt, wonach die von den Flugzeugen ausgehende Kerosinbelastung eine Gesundheitsgefährdung darstellt und (sehr wahrscheinlich) eine Gesundheitsschädigung zur Folge hat.”

Weiter schreiben sie: „Nicht nur, dass die Flugzeuge eine deutlich sichtbare Abgasfahne hinter sich herziehen, außerdem ist mehrmals im Monat starker Kerosingeruch wahrzunehmen, der von Triebwerkstestläufen beim Bodeneinsatz der Maschinen verursacht wird.”

Dabei werde unverbrannter Treibstoff ausgelassen, was eine Gesundheitsgefährdung und - sehr wahrscheinlich - Gesundheitsschädigung nach sich ziehe.

„Besonders hinweisen möchten wir für unsere Mandantschaft darauf, dass unter medizinischer Bewertung vermutet wird, dass die NATO - so auch die auf dem Militärflugplatz Geilenkirchen stationierten Verbände - als Treibstoff den unter ,JP-8 bekannten verwendet, der den hochkanzerogenen Zusatz 1.2-Dipromethan enthält.”

Die Anwälte weisen darauf hin, dass der Kreis Heinsberg als Untere Gesundheitsbehörde gehalten sei, den Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsgefährdenden und gesundheitsschädigenden Einflüssen aus der Umwelt zu fördern.

„Außerdem hat der Kreis Heinsberg die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf die Bevölkerung unter gesundheitlichen Gesichtspunkten zu bewerten und Maßnahmen zur Abwehr von gesundheitlichen Schäden oder Langzeitwirkungen anzuregen.”

Die Mandanten begehrten genaue Auskunft „über die vom Kreis Heinsberg als Untere Gesundheitsbehörde bislang gewonnenen Erkenntnisse zur Kerosinbelastung, ausgehend vom Betrieb des Militärflugplatzes Geilenkirchen”.