Geilenkirchen: Awacs-Flugzeug wird Ersatzteillager

Geilenkirchen: Awacs-Flugzeug wird Ersatzteillager

Die Flugzeuge des Geilenkirchener Awacs-Verbandes sollen bis 2035 fliegen. Das ist ein Grund, warum die Nato-Staaten der Stadt Geilenkirchen kein ausgemustertes Frühwarnflugzeug als Touristenattraktion im Wurmauenpark überlassen.

Wie Bürgermeister Georg Schmitz in der jüngsten Ratssitzung mitteilte, müssten ausgemusterte Flugzeuge als Ersatzteillager herhalten. Schmitz zitierte aus einem Schreiben der Nato an die Stadt: „Um diesen Zeitraum sicherzustellen, ist es erforderlich, dass diese beiden Flugzeuge als Ersatzteillager zur Verfügung stehen.“ Das in der Ratssitzung am 17. Februar vorgestellte Konzept hat sich somit erledigt.

Systematisch zerredet

„Es wurde ohnehin systematisch zerredet und zerschrieben“, ärgerte sich Schmitz. Hätten sich seinerzeit noch alle Fraktionen außer die Grünen, „die es erst einmal sacken lassen wollten“, positiv über die Ideen geäußert und sie als Visionen, tolle Idee und richtungsweisend gelobt, hätten sich plötzlich einzelne Stadtverordnete offen gegen die Aufstellung des Awacs-Flugzeuges im Wurmauenpark gewandt.

Er sei zu einem verfrühten Zeitpunkt, also vor einer Zu- oder Absage durch die Nato, dazu genötigt worden, detaillierte Kosten zu ermitteln und Angebote einzuholen. „Persönlich hätte ich mich über das Projekt gefreut, aber nun ist dies alles Geschichte“, sagte Schmitz. Im Bewusstsein, dass die Realisierung sowieso vom Ja der Nato abhängt, habe er keine Ressourcen der Verwaltung mit dem Projekt gebunden.

Er habe Stunden seiner Freizeit dafür geopfert und zusammen mit Projektleiter Albert Baeumer recherchiert, um die von einigen Stadtverordneten verfrüht gestellten Fragen zu beantworten. „Eines habe ich daraus gelernt: Bevor Dinge nicht in trockenen Tüchern sind, werde ich zukünftig nicht mehr so frühzeitig damit vorstellig werden.“ Das Projekt hätte auch das Inlet-Center-Konzept mit einbezogen.

Denn: „Es geht um Kundenströme, die dank des Flugzeuges in die Stadt geholt werden sollten“, sagte Schmitz und ging näher auf das Inlet-Center ein. Die Einrichtung setze die Kooperation von Investoren, ansiedlungswilligen Firmen und Vermietern voraus. „Hausbesitzer sollten bereit sein, ihre Immobilie zu verkaufen, und Vermieter sollten bereit sein, einen Preisnachlass beim Pachtzins zu gewähren.

Beim Vermietertreffen im April war eine solche Bereitschaft bei den wenigsten Ansprechpartnern zu erkennen“, bedauerte der Bürgermeister.

Gemeinsam mit Wirtschaftsförderin Susanne Köppl bemühe er sich seit Monaten mit Erfolg in Einzelgesprächen: „Einige leerstehende Ladenlokale wurden zwischenzeitlich gefüllt.“ Er erklärte mit Blick in die Zukunft aber auch: „Sie alle wissen, dass Leerstand kein alleiniges Geilenkirchener Problem darstellt, sondern dass er in allen Kommunen sichtbar ist. Es gibt Prognosen, dass sich dies in Zeiten von Internet-Käufen kaum ändern, ja sogar noch verstärken könnte.“