Kunst: Ausstellung von Jutta Rücker im Amtsgericht

Kunst : Ausstellung von Jutta Rücker im Amtsgericht

Bewegung, Licht und Energie sind die Themen, die Jutta Rücker wichtig sind. In Malerei, Zeichnung und Fotografie findet sie ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Im Amtsgericht Geilenkirchen ist noch bis zum 19. Juni eine Werkschau der im belgischen Raeren lebenden Künstlerin zu sehen.

Die Direktorin des Amtsgerichts Geilenkirchen, Corinna Waßmuth, hatte Arbeiten von Jutta Rücker im Rahmen einer Ausstellung im Atelierhaus Aachen kennengelernt und die Künstlerin nach Geilenkirchen eingeladen. Im Atelierhaus Aachen hatte Rücker im Rahmen eines Wettbewerbs Grafiken gezeigt.

Eine Ausbildung zur Grafikerin hatte Jutta Rücker das handwerkliche Rüstzeug mitgegeben und sichert heute ihren Lebensunterhalt. „Ihre „Berufung“ aber sind die Malerei und Fotografie.

Auseinandersetzung mit Theater

„Illusion“ lautet der Titel dieses Gemäldes von Jutta Rücker. Foto: Dettmar Fischer

Die Werkschau in den Fluren des Amtsgerichtes Geilenkirchen gibt dem Betrachter die Möglichkeit, das künstlerische Schaffen Rückers über die vergangenen 20 Jahre kennenzulernen. Zwei große Arbeiten stammen aus den frühen 2000er Jahren. Die Gemälde, Acryl auf Leinwand, gehören zur Serie „Rampenlicht“, in der sich Jutta Rückert mit dem Theater auseinandersetzt. Im Rahmen einer Fortbildung zur Inszenierungspädagogin hatte sie die Bühne kennen gelernt und das Gefühl im Rampenlicht zu stehen

„Im Prinzip stehen wir ja ständig auf der Bühne“, sagt Rücker. Das Gefühl alleine auf der Bühne zu stehen, vom Bühnenlicht geblendet, den Zuschauer nicht wahrnehmen zu können, rückt sie in den Fokus dieser Serie. Ganz anders arbeitet Jutta Rücker in der Fotografie. „Zeitbänder“ heißt eine Serie. Die Bilder dieser Reihe sind beim Zugfahren entstanden. Längere Belichtungszeiten der Kamera lassen die Landschaft vor dem Zugfenster verschwimmen.

Bei einem längeren Aufenthalt im französischen Dieppe, an der Küste der Normandie, hatte sich Rücker mit der Kamera auf Entdeckungsreise begeben. Entstanden sind keine Postkartenmotive von Hafen und Meer, sondern Fotografien eines Wellblechzaunes und eines Fabrikgebäudes bei Nacht. „Ich habe meine Kamera immer dabei. Wenn mich etwas anspricht, Bewegung oder Licht“, dann drückt Jutta Rücker auf den Auslöser ihrer Kamera und dann ist durchaus nicht immer gegeben, dass das, was sie sah, auch ihr Bild wird.

Von Orten inspiriert

Rücker lässt sich von den Orten inspirieren. Und wenn diese Inspiration nach einer langen Belichtung verlangt, bekommen die Fotografien ihr Eigenleben. „Lichträume“ ist eine Serie, die dieses Eigenleben aufweist. Jutta Rücker hat diese Bilder in einem Autotunnel aufgenommen. Die langen Belichtungszeiten lassen die unterschiedlichen Lichter der Fahrzeuge im Tunnel zu Lichtlinien werden, die eigene Räume erzeugen. Die „Lichträume“ hat Jutta Rücker direkt auf Alu-Dibond drucken lassen. An den ganz hellen Partien des Bildes scheint das Aluminium glänzend durch.

Eine ihrer jüngsten Fotoserien hat sie den Pferden gewidmet. Auch hier setzt die Fotografin etwas längere Belichtungszeiten ein, die die Bewegungen des Pferdes verschwommen einfangen. Während eines Tanzprojektes mit befreundeten Künstlern hatte Jutta Rücker 2015 mit Aquarellkreide Zeichnungen einer Tänzerin angefertigt. Wie der Titel dieser Reihe von Zeichnungen „Puristischer Tanz“ erahnen lässt, sind diese skizzenhaften Bilder sehr reduziert auf eine Bewegung, einen Körperausdruck.

Auch kritische Werke

Kritisch setzt sich die Künstlerin in ihrem Gemälde „Illusion“ mit den Möglichkeiten auseinander, die der moderne Mensch einsetzen kann, wenn er eine „Illussion“ erzeugen möchte.

Das Bild zeigt eine gedeihende Wüstenlandschaft mit einem gemalten Panorama. Gleichzeitig sieht der Betrachter jenseits dieser künstlich bewässerten Urlaubslandschaft die verdorrende Natur. Manchmal habe sie Visionen von einem Bild im Kopf, sagt Jutta Rücker.

Diese Visionen müssen dann nur noch auf die Leinwand übertragen werden.

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