Geilenkirchen: Ausbau der Bahnhöfe Geilenkirchen und Lindern: Vollsperrung im Juli

Geilenkirchen : Ausbau der Bahnhöfe Geilenkirchen und Lindern: Vollsperrung im Juli

Die Bahnhöfe in Geilenkirchen und Lindern werden vom 13. Juli bis zum 27. August ausgebaut. Für die Dauer der Arbeiten ist eine Vollsperrung erforderlich. Ein Ersatzverkehr wird zwischen Geilenkirchen und Erkelenz und zwischen Heinsberg und Lindern eingerichtet. Dies erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Viele Jahre haben die Verantwortlichen aus Geilenkirchener Politik und Verwaltung auf einen barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe Geilenkirchen und Lindern gedrängt. Doch bei den Verantwortlichen der Bahn sind sie dabei stets auf taube Ohren gestoßen.

Während der Modernisierungsoffensiven 1 und 2, die den Ausbau von 204 Bahnhöfen im Zeitraum von 2004 bis 2016 im Land Nordrhein-Westfalen vorsahen, standen Geilenkirchen und Lindern nicht auf der Prioritätenliste, obwohl in Geilenkirchen werktags mehr als 3000 und in Lindern mehr als 1000 Zugreisende unterwegs sind. Und auch für die dritte Offensive, in der bis 2023 weitere 35 Bahnhöfe ausgebaut werden sollen, hat Geilenkirchen keinen Zuschlag bekommen. Dennoch rollen in den Sommerferien die Bautrupps an.

Fehler nicht wiederholen

Weil die Bahn in Nordrhein-Westfalen schneller und pünktlicher werden will, sollen sieben Linien des neuen Rhein-Ruhr-Express (RRX) die Metropolen des Landes verbinden. Die neuen Züge sind aber nicht nur moderner, schneller und komfortabler, die Niveaugleichheit zwischen Bahnsteig und RRX-Türschwelle macht das Ein- und Aussteigen außerdem viel einfacher und bequemer.

Dafür müssen die Bahnsteighöhen und -längen auf den RRX-Strecken den Zügen angepasst werden. Dazu gehört auch die Strecke Aachen — Dortmund. „Wenn die Bahnsteige umgebaut werden, muss in diesen Bahnhöfen auch Barrierefreiheit umgesetzt werden“, sagt Geilenkirchens Technischer Beigeordneter Markus Mönter.

Ein abstimmendes Gespräch, an dem Markus Mönter, Vertreter der Bahn und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg sowie der Behindertenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Heinz Pütz, beteiligt waren, gab es kürzlich im Rathaus. Pütz nämlich hatte bereits im Frühjahr 2017 bei einer Ortsbesichtigung des Bahnhofes in Übach-Palenberg festgestellt, dass die behindertengerechte Erschließung dort nur unzureichend umgesetzt worden ist.

Damit die gleichen Fehler in Geilenkirchen nicht noch einmal gemacht werden, wandten sich Pütz und die Stadt Geilenkirchen an die Bahn. So hatten sie Fragen zum Leitsystem, zur Länge und Beschriftung der Handläufe, der Ausstattung der Aufzüge, zur Beleuchtung und Beschilderung an den Bahnsteigen und zur Anpassung der Sitzgelegenheiten für Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung auf eine bestimmte Höhe der Sitzflächen angewiesen sind. Gleichzeitig wurde ein Forderungskatalog vorgelegt.

Neue Schilder und Beleuchtung

„Diese Fragen sind zur Zufriedenheit von Heinz Pütz beantwortet worden“, sagt Mönter und erläutert kurz die Planung: Die 26 Zentimeter über dem Gleis liegenden Bahnsteige müssen auf eine Höhe von 76 Zentimetern gebracht werden. Die Bahnsteige müssen um einige Meter auf 220 Meter verlängert werden.

Während die Bahnsteige in Geilenkirchen um nur etwa zehn Meter verlängert werden müssen, sind es in Lindern 70 Meter (Gleis 1) und 30 Meter (Gleis 3). Hinter den Treppenhäusern zur Unterführung werden auf beiden Bahnsteigen sowohl in Geilenkirchen als auch in Lindern Aufzüge gebaut, die Treppen zur Unterführung müssen verlängert werden.

In beiden Bahnhöfen sind auch neue Beschilderungen und neue Beleuchtung vorgesehen. In Geilenkirchen wird der Mittelbahnsteig auf einer Länge von 50 Metern überdacht, in Lindern werden zusätzliche Unterstellmöglichkeiten auf den Bahnsteigen eingerichtet. Mönter betont, dass der Stadt Geilenkirchen für den Umbau der Bahnhöfe keine Kosten entstehen.

Die geplante Brücke über die Gleisanlage bei Süggerath wird erst im Frühjahr 2019 gebaut. Wie ein Sprecher von Straßen.NRW auf Anfrage erklärte, werde die Sperrung im Sommer für Vorarbeiten genutzt. Für den Bau selbst seien im nächsten Jahr nur kurze Sperrzeiten, überwiegend an Wochenenden, erforderlich.

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