Konzert im Haus Basten: Auftakt für Violine und Klavier

Konzert im Haus Basten : Auftakt für Violine und Klavier

Einen ersten Vorgeschmack auf den erlesenen Kunstgenuss zum Geilenkirchener Klaviersommer gab es bei den „Auftakt-Klängen“ im Bürgersaal des Hauses Basten.

Die Vorbereitungen zum nächsten Geilenkirchener Klaviersommer laufen auf Hochtouren. Auch diesmal werden während einer ganzen Woche zahlreiche prominente Pianisten (und solche, die es werden wollen) in der Zweigstelle der Kreissparkasse und der Aula der Realschule zu hören sein – und erstmals wird sogar ein Kammerorchester hinzukommen. Einen ersten Vorgeschmack auf diesen erlesenen Kunstgenuss konnte man zuletzt bei den „Auftakt-Klängen“ im Bürgersaal des Hauses Basten erleben.

Diesen Abend hatte bislang der Pianist (und Organisator des Klaviersommers) Florian Koltun häufig allein gestaltet. Diesmal aber hatte er einen Überraschungsgast mit dabei: Po Fan Cheng, gebürtig aus Taiwan und zu Zeit Student an der Musikhochschule Aachen, der einige großartige Kostproben seines Könnens auf der Violine präsentierte.

Den Auftakt bildete ein Werk des zeitgenössischen Komponisten Howard Blake mit dem Titel „Speech after long silence“. Florian Koltun gelang hierbei eine vorzügliche Darstellung dieses anspruchsvollen Stückes, das mit seiner stark erweiterten Tonalität zunächst schroff und emotional wirkte, dann aber in geheimnisvollen und zarten Akkorden ausklang.

Vorbereitung für das Beethoven-Jahr 2020: Florian Koltun interpretierte die 32 Variationen in c-moll des großen Meisters aus Bonn. Foto: Johannes Gottwald

Dann hatte Po Fan Chang seinen ersten Auftritt mit  Adagio und Fuge aus der Violinsonate C-Dur BWV 1005 und bewies sogleich eine meisterhafte Virtuosität. Vor allem Ausführung der umfangreichen und überaus schwierigen vierstimmigen Fuge erregte große Bewunderung. Ebenso überzeugend gelangen Florian Koltun die 32 Variationen in c-moll von Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag im kommenden Jahr begangen wird.

Nach der Pause setzte Po Fan Chen mit der berühmten Chaconne aus der Partita Nr. 2 in d-moll BWV 1004 noch ein weiteres Glanzlicht. Das dreiteilige Werk stellt an den Solisten sowohl in musikalischer als auch in technischer Hinsicht außerordentliche Ansprüche. Po Fan Cheng, der auf einer historischen Geige von Gagliano spielte, meisterte alle diese Anforderung souverän und mit fast spielerischer Leichtigkeit. Besonderen Beifall aber fanden die Ungarischen Tänze Nr. 1, 2 und 5 von Johannes Brahms, die in einer Version für Violine und Klavier von Joseph Joachim erklangen, einem engen Freund von Brahms, der zu den größten Geigenvirtuosen des 19. Jahrhunderts gehörte.

Hier zeigten sich Florian Koltun und Po Fan Chen als vorzüglich aufeinander eingespieltes Team und ließen eine prickelnde Pußta-Atmosphäre im Bürgersaal entstehen. Auch die „Zigeunerweisen“ von  Pablo de Sarasate verfehlten ihre Wirkung nicht. So gab es am Ende verdientermaßen stürmischen Applaus für die beiden Künstler und selbstverständlich noch zwei Zugaben.

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