Geilenkirchen: Auf dem Weg zur Integration gibt es viele ehrenamtliche Helfer

Geilenkirchen: Auf dem Weg zur Integration gibt es viele ehrenamtliche Helfer

Zu einer Dankeschönfeier hatten die Verantwortlichen der Flüchtlingshilfe in der Stadt Geilenkirchen alle ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in die Oase an St. Marien eingeladen. Evangelische und Katholische Kirche, Caritas und Stadt Geilenkirchen ziehen bei der Flüchtlingshilfe an einem Strang.

Pastor Peter Frisch begrüßte im Namen der Katholischen Kirche und freute sich, dass die Tradition der Dankeschönfeier von den Flüchtlingshelfern so gut angenommen wird. Pastor Frisch: „Es soll ein Dankeschön sein für die doch recht schwierige und manchmal anstrengende Arbeit. Doch sicherlich hat jeder von Ihnen die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt. Man gibt nicht nur, man bekommt auch etwas zurück.“

Das Team des Kleiderkarussells ist fester Bestandteil der Flüchtlingshilfe in Geilenkirchen (v.l.n.r.): Georg Küsgens, Heidrun Marschall, Gertrud Küsgens, Lieselotte Plum, Enrique Rodriguez und Christine Heet.

Die evangelische Pfarrerin Tanja Bodewig verwies darauf, dass das Engagement und die Zuwendung, die die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer leisten, die groß geschriebene Willkommenskultur mit Leben füllten. Yvonne Wolf, Integrationsbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, würdigte ebenfalls das Engagement der Flüchtlingshelfer: „Ohne Sie würde die Flüchtlingsarbeit in Geilenkirchen nicht so gut laufen.“ 150 Neuzuweisungen seien in diesem Jahr zu bewältigen gewesen. Zudem müsse für 30 Menschen, die eine Wohnsitzzuweisung für Geilenkirchen erhalten hätten, Wohnraum beschafft werden.

Nicole Abels ist Gemeindereferentin der Caritas und stellte im Rahmen der Dankeschönfeier das erste Exemplar des Willkommensordners vor. Sie dankte den Hückelhovener Flüchtlingspaten, die wesentliche Teile des Führers auf dem Weg zur Integration erstellt und den Geilenkirchener Kollegen zur Verfügung hätten. Der Willkommensordner, der für die Stadt Geilenkirchen angepasst wurde, befindet sich gerade in Druck. Er soll ab Januar 2018 vorliegen und gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro ausgehändigt werden.

Es handelt sich um ein Ringbuch mit losen Blättern, die bei Bedarf ergänzt werden können. Der Willkommensordner ist in Deutsch, Arabisch, Kyrillisch, Französisch und Englisch verfasst. Er soll den Flüchtlingen als Wegweiser dienen und ihnen helfen, sich in der Stadt Geilenkirchen zu orientieren. Die Orientierung in der Stadt erleichtern den Flüchtlingen ganz wesentlich die Flüchtlingshelfer.

In fünf Teams aufgeteilt kümmern sie sich um die Belange der Menschen, deren Flucht zumindest vorläufig in Geilenkirchen endete. Aufgeteilt sind die Teams in „Persönliche Beratung/Ansprechpartner Unterkünfte“, „Kleiderkarussell“, „Fahrradwerkstatt“, „Sprachkurse“ und „Hauptberufliche“. Das „Kleiderkarussell“ war natürlich auch mit einem Teil seiner zwölfköpfigen Mannschaft vor Ort.

Seit zwei Jahren versorgt das Team die Flüchtlinge mit Kleidung und ist in dieser Zeit auch untereinander zu einer gut funktionierenden Truppe Ehrenamtlicher zusammengewachsen. Flüchtlingshelfer Wilfried Ende war mit Enkel Noah zur Dankeschönfeier gekommen. Er versucht, zwischen den Anliegen der Flüchtlinge und der deutschen Bürokratie einen gangbaren Weg zur Integration zu finden. Projektmäßiges Vorgehen lautet das Motto des ehemaligen IT-Spezialisten. Ende: „Man nimmt sich ein Ziel und überlegt, wie kommt man da hin. Ich versuche den Menschen einen Weg aufzuzeigen und sie dabei zu begleiten.“

(defi)
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