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Geilenkirchen: Auch Lindern braucht eine Mehrzweckhalle

Geilenkirchen : Auch Lindern braucht eine Mehrzweckhalle

Dass der Stadtteil Lindern eine Mehrzweckhalle braucht, die auch funktionsfähig ist, darüber gab es im Geilenkirchener Umwelt- und Bauausschuss eigentlich keine Meinungsverschiedenheiten, diskutiert wurde aber über den Weg dahin.

Die Verwaltung hatte eine Machbarkeitsstudie des Architektenbüros Wilhelm-Witz vorgelegt und um einen Beschluss gebeten, nach dem die Erneuerung der Linderner Halle 2016 (Planung) und 2017 (Umsetzung) angegangen werden soll. Die Studie zeigt drei Möglichkeiten auf: Sanierung für 650.000 Euro, Neubau in der heutigen Größe für 1,24 Millionen oder Neubau im Standard einer Einfeldsporthalle für 1,5 Millionen Euro.

Vor einer ausführlichen Diskussion erinnerte Ausschussvorsitzender Hans Josef Paulus an den Bau der Halle in den 70er-Jahren, bei dem es nur den relativ geringen städtischen Zuschuss von 100.000 Mark gegeben habe, weil die Vereine sich engagierten und „Bürger tief in die Tasche gegriffen haben“. Lindern sei damit ein Sonderfall, und den Lindernern gebühre großes Lob. Sowohl die SPD als auch die CDU begrüßten den Vorschlag der Verwaltung.

Christoph Grundmann (SPD) meinte auch im Hinblick auf Industrieansiedlungen bei Lindern: „Lindern wird an Bedeutung gewinnen!“, und Barbara Slupik meinte für die CDU, dass sich auch Fördermöglichkeiten abzeichneten.

Mehrkosten unbekannt

Die ablehnenden Argumente fasste Johann Graf (Bürgerliste) zusammen. Zwar sei man grundsätzlich dafür, dass alle Ortschaften Mehrzweckhallen haben sollen, doch verbiete die Haushaltslage es, alle Wünsche zu erfüllen. „Die Linderner Halle ist jetzt ein Totalschaden, weil man rechtzeitige Sanierungsmaßnahmen versäumt hat.“ Aus der Vorlage gehe nicht hervor, wie die Verwaltung es schaffen wolle, „1,5 beziehungsweise 1,2 Millionen oder 650.000 Euro aus dem Ärmel zu schütteln“. Noch sei schließlich nicht bekannt, welche Mehrkosten es beim Bau des Schwimmbades geben werde.

Die Bürgerliste bitte die Verwaltung deshalb, mit den Linderner Ortsvereinen über das Machbare zu sprechen und eine zweite Architektenmeinung einzuholen. Eine zweite Architektenmeinung sei nicht erforderlich, das habe man in der Verwaltung geprüft, entgegnete Beigeordneter Markus Mönter. „Die Finanzierung ist eine Herausforderung, aber man kann die jährlichen Belastungen über einen längeren Zeitraum strecken“, so Mönter. Die Abrechnung des Schwimmbades in vielleicht fünf Jahren könne man nicht abwarten, einzige Alternative zum Verwaltungsvorschlag sei die Schließung der Linderner Halle.

Dagegen wandte sich Stephan Evertz (Grüne) mit der Meinung, man könne „nicht über Millionen ausgaben beschließen, bevor die Schwimmhalle in trockenen Tüchern ist“. Johann Graf ergänzte, wenn jetzt der Hallenbau in Linden beschlossen werde, bliebe später Gegnern nur noch die Möglichkeit, den kompletten Haushalt abzulehnen. Hier schaltete sich Bürgermeister Thomas Fiedler ein: „Es wird später noch eine Möglichkeit geben, über Lindern zu diskutieren“, sagte er, dann nämlich, wenn über die Fördermittel gesprochen werde.

Fiedler schlug vor, den Beschlusstext so zu ändern, dass nicht mehr über die Machbarkeitsstudie zu befinden ist, sondern darüber, zu den verschiedenen Sanierungsvarianten Finanzierungsmodelle für die Haushaltplanungen zu erarbeiten. Diesem Vorschlag folgte der Ausschuss bei drei Neinstimmen.