Geilenkirchen: Asylbewerber ins Polizeigebäude? Stadt ist irritiert.

Geilenkirchen: Asylbewerber ins Polizeigebäude? Stadt ist irritiert.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW will der Stadt Geilenkirchen das ehemalige Polizeigebäude zur Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung stellen. Dies geht aus einer Vorlage an den Haushalts- und Finanzausschuss hervor. Dieser ist eine Liste mit 113 leerstehenden Gebäuden in ganz NRW angehängt, die der BLB als für die Unterbringung von Asylbewerbern „geeignet“ oder „bedingt geeignet“ hält.

Lediglich 35 der Gebäude seien den jeweiligen Kommunen bereits konkret angeboten worden. Das Polizeigebäude, das als „bedingt geeignet“ eingestuft ist, zählt nicht dazu.

Dementsprechend fiel die Reaktion der Stadt am Donnerstag recht irritiert aus. „Ich bin davon ausgegangen, dass das Gebäude stark sanierungsbedürftig ist“, teilte der Beigeordnete Herbert Brunen mit. „Ich wäre nicht darauf gekommen, das Gebäude in diesem Zustand für diesen Zweck zu nutzen.“

Bei der Unterbringung von Asylbewerbern denke die Stadt ja gezwungenermaßen immer nur mittel- bis kurzfristig. Heißt: Angenommen, das Gebäude würde auf Vordermann gebracht, wäre der Bedarf bis dahin möglicherweise gar nicht mehr vorhanden.

Die Zentrale des BLB in Düsseldorf stellte am Donnerstag auf Anfrage klar, dass der überwiegende Teil der gelisteten Gebäude als Unterkünfte für den Notfall gedacht seien, die lediglich drei Kriterien erfüllen sollen: beheizbar, überdacht, versehen mit sanitären Anlagen.

(jpm)