Geilenkirchen: „Anliegen der Bürger sollen ernst genommen werden“

Geilenkirchen: „Anliegen der Bürger sollen ernst genommen werden“

Das Thema der beschädigten Ackerrandstreifen und Wirtschaftswege ist für den Ortsverband der Grünen in Geilenkirchen noch nicht vom Tisch. Es sei ein Thema, das alle betreffe, meint Jürgen Benden, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Geilenkirchen. Die Feldwege würden als Erholungsbereich dienen, zum Beispiel für Radfahrer und Spaziergänger, und es gelte, die Wege auch entsprechend zu erhalten.

Einer Aussage von Bernhard Conzen, dem Vorsitzenden der Kreisbauernschaft, können sowohl Benden als auch Christa Nickels, ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen und Parlamentarische Staatssekretärin a.D., nicht zustimmen.

Conzen hatte vor Kurzem geäußert, es sei nicht Aufgabe der Bürger, Mängel an den Randstreifen der Feldwege zu dokumentieren. Dieser Aussage ging ein Aufruf der Grünen voraus: Bürger konnten ihre Beschwerden (auch in Form von Fotos) bis zum 20. April an Jürgen Benden schicken oder sie ihm telefonisch mitteilen.

Das Resultat der Aktion: Rund 20 Bürger meldeten sich bei Benden. Zu der Beteiligung der Bürger an diesem Thema steht Benden nach wie vor: „Die Leute sollen ruhig sensibler bei dem Thema werden.“ Seine Partei ist weiterhin Ansprechpartner für jeden, der sich von der Problematik betroffen fühlt.

Gemeldet haben sich bei Benden nicht nur Bürger, sondern auch einige Landwirte. Diese haben zum Teil noch eine ganz andere Problematik ins Spiel gebracht: Einige haben sich über Bürger beschwert, die die Wegränder mit Müll und Hundekot verschmutzen würden.

„Wenn Stadt und Untere Landschaftsbehörde Wirtschaftswege und Ackerrandstreifen besser kontrollieren und bei Abpflügen durch Landwirte konsequent durchgreifen würden, müssten sich viele Bürger gar nicht beschweren“, meint Christa Nickels. Was sie besonders beschäftigt, ist, dass die Feldränder häufig von Landwirten beschädigt würden und zum Beispiel Randsteine mit umgepflügt würden, die Landwirte aber nicht dafür geradestehen müssten.

Sie spricht sich für ein gleiches Recht für alle aus: So wie von allen Bürgern Rechtstreue eingefordert wird, müsse das doch auch für die Landwirte gelten. Damit möchte sie aber nicht alle Landwirte über einen Kamm scheren. Vielmehr geht sie von einigen „schwarzen Schafen“ aus. Und durch deren falsches Verhalten verschlechtere sich dann der Ruf aller Landwirte, bemängelt Nickels.

Ein Anliegen ist ihr, dass gemeinsam mit der Kreisbauernschaft, der Stadt und der Unteren Landschaftsbehörde offen und ehrlich über das Thema gesprochen und nichts beschönigt wird. „Man kommt nur im Dialog weiter“, so Nickels. Als Reaktion auf einen offenen Brief, den sie unter anderem an die Kreisbauernschaft gerichtet hatte, hat Bernhard Conzen sich bereit erklärt, sich zu einem Gespräch mit ihr zu treffen, was Nickels sehr begrüßt.

Benden wünscht sich, dass die Anliegen der Bürger von der Stadt Geilenkirchen ernst genommen werden und das Thema der wirtschaftlichen Wege nicht nur als „grünes“ Thema angesehen wird, sondern künftig von allen Parteien behandelt wird.

Zunächst werden jetzt die Anschreiben der Bürger auf ihre Richtigkeit geprüft. Bald soll an die Stadt weitergegeben werden, an welchen Stellen Feldwege beschädigt sind und nachgehakt werden, woran das liegt beziehungsweise wie man die Situation ändern kann. Sollte es bei den Landwirten auch nach Gesprächen mit der Stadt zu keiner Einsicht kommen, halten Benden und Nickels Sanktionen für notwendig. „Beschädigte Wege müssen von den Schadensverursachern wieder in den vorherigen Zustand gebracht werden und nicht auf Kosten des Steuerzahlers“, fordert Nickels.

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