Andrej Sorich liest im Bürgertreff

Ein Thriller von Andrej Sorich : Bratwa: Ein spannender Thriller im Milieu der Russenmafia

„Bratwa“, zu Deutsch Bruderschaft, heißt der Thriller im Milieu der Russenmafia, den Andrej Sorich aus Bauchem geschrieben hat. Im Februar ist das Taschenbuch im neu gegründeten Mönchengladbacher Verlag Lit Art-World veröffentlicht worden.

Im Bürgertreff Geilenkirchen wird der Autor sein Werk und seine Person am Freitag, 13. September, um 19 Uhr vorstellen. Es wird seine erste Lesung von Angesicht zu Angesicht mit seinem Publikum sein.

Andrej Sorich hat zwar schon über seinen Youtube-Blog eine erste Textlesung gehalten, doch für seinen Auftritt im Bürgertreff hat er sich etwas Besonderes ausgedacht. Er will Geschichten erzählen, Geschichten aus seinem Roman und Geschichten, die sein Leben als Deutscher mit russischen Wurzeln anschaulich machen sollen.

Andrej Sorich kam vor 27 Jahren als Sechsjähriger mit seiner Schwester und seinen Eltern von Kirgistan nach Deutschland, in das Land, wo Milch und Honig fließen sollten. Über einen Schulfreund seines Vaters siedelte sich die Familie in Geilenkirchen an. Zwei Koffer und 50 Euro hatten die Eltern als Startkapital. Andrej wurde mitten im Schuljahr eingeschult, sprach kein Deutsch und stotterte damals stark. Mit Händen und Füßen versuchte er, sich zu verständigen. Er entdeckte damals seine eigene Welt in Comics und Büchern. Seine Eltern verwahren noch die ersten Bildergeschichten, die Andrej als Kind erdachte. Heute, sagt Andrej Sorich, denke er deutsch und fühle russisch. Diesen Zwiespalt, das Gefühl in Russland der Deutsche und in Deutschland der Russe zu sein, möchte Andrej Sorich im Rahmen seiner Lesung seinen Zuhörern vermitteln und all die kleinen Anekdoten erzählen, die man erlebt, wenn man von einer Kultur in die andere wechselt.

Die Geschichte von der Tiefkühlpizza, die man, wenn man sie nicht kennt, auch mal roh verzehrt oder die erste Kiwi, die etwas stachelig schmeckte, gehören dazu. Die wahre Geschichte vom Katzenfutter hat es sogar in Sorichs aktuelles Buch geschafft, für das die Russenmafia in Deutschland den Hintergrund liefert. Im Buch gibt es einen Mafiosi mit dem Spitznamen „Katze“. Den trägt der stämmige Handlanger des Bosses, weil er mal hungrig an den Kühlschrank ging und drei Dosen Katzenfutter verputzte, in der Annahme, das sei was ganz Feines.

Videospiele eröffneten dem jungen Andrej eine weitere Welt, die ihn bis heute fasziniert. In seinem eigenen Youtube-Blog testet er neue Videospiele so erfolgreich, dass sein Blog 15.000 Abonnenten hat. Seine Vorliebe beim Lesen und dann auch beim Schreiben gehörte zunächst der Fantasy-Literatur. „Der Herr der Ringe“ oder Fantasy-Autoren wie Bernhard Hennen und Markus Heitz haben ihn beeinflusst. Markus Heitz, der einige Zeit in Baesweiler lebte, hat Sorich eine wichtige Erkenntnis über das Schreiben von Romanen zu verdanken: „Kenne das Ende bevor Du den ersten Satz schreibst.“

Andrej Sorichs erster Fantasy-Roman, den er noch selber verlegte, hieß „Feuerelementar“. Den folgenden Thriller „Bratwa“ hat Sorich seiner Frau zu verdanken. „Für sie habe ich ihn geschrieben“, sagt der Autor. Sie hatte die ersten, bereits vor Jahren geschriebenen Kapitel von „Bratwa“ entdeckt, gelesen und für ausgezeichnet befunden. Also war der Anreiz, das Werk zu vollenden, gegeben. Viel Zeit bleibt Andrej Sorich neben dem Beruf, er ist im Marketing einer Mönchengladbacher Bank tätig, und der Familie mit zwei kleinen Kindern nicht.

So entstand „Bratwa“ während kurzer Mußestunden in einem Geilenkirchener Café oder abends, wenn die Familie ruhte. „Bratwa“ ist ein Mafia-Thriller, geschrieben im Präsenz und in der Ich-Form. Das erhöht zum einen die Dynamik der Geschichte und verheimlicht zum anderen nicht, dass der Roman durchaus autobiografische Elemente aufweist. „Kontakte zur russischen Mafia habe ich aber nicht“, scherzt Sorich. Allerdings habe er intensiv im Internet über die Russenmafia recherchiert.

Der Ich-Erzähler im Roman heißt Dimitri Gregorenko, genannt Dima, hat eine jüngere Schwester, von der er aber nach dem Unfalltod der Eltern getrennt wurde. Dima wächst in einer russischen Mafia-Familie heran. Der Pate wird sein Ziehvater, Dima Teil der Bruderschaft. Als Dima eine Zeugin beseitigen soll, muss er feststellen, dass es sich um die lang gesuchte Schwester handelt. Dima muss sich entscheiden, für die Schwester oder für die Bruderschaft.

Andrej Sorich hegt einen Traum. Er möchte mal vom Schreiben leben können. Dann würde er auf einem Berg in China sitzen, auf die Reisfelder blicken und einen Roman über die chinesische Mafia, die Gesellschaft der Triaden, schreiben. Derzeit hängt in seinem Arbeitszimmer das Storyboard für den nächsten Thriller, der spielt in den USA. Es geht um synthetische Drogen. Die Geschichte ist schon skizziert. Das Ende steht fest. Jetzt fehlt nur noch die Muße zum Schreiben. „Ich trage eine Geschichte lange mit mir herum“, sagt Andrej Sobich, „habe die Charaktere immer im Kopf, als wenn ich über Freunde nachdenke, nur so reift sie aus und wird glaubwürdig.“