Geilenkirchen: Am Heiligabend eine blutige Axt unterm Sofakissen

Geilenkirchen: Am Heiligabend eine blutige Axt unterm Sofakissen

„Endlich ist es wieder so weit: Theater in Beeck!“ Mit diesen Worten begrüßte Detlef Kerseboom die Zuschauer in der ausverkauften Vereinsstätte in Beeck zur Premiere der Komödie „Ach, du fröhliche“. Er hoffe sehr, so Kerseboom schmunzelnd, dass es beim bevorstehenden Weihnachtsfest in den heimischen Stuben nicht so zugehen werde, wie gleich auf der Bühne.

Und tatsächlich, so turbulent, wie in dem Dreiakter von Bernd Gombold dürfte es wohl nirgendwo in Beeck am 24. Dezember werden. Oder vielleicht wacht ja doch ein Beecker mit einer blutigen Axt unter dem Sofakissen am späten Morgen des Heiligen Abends auf?

Frieden steht auf der Kippe

Anton Maier und sein Sohn Markus hatten das Kunststück vollbracht, sich mit soviel Bier abzufüllen, dass der Faden der Erinnerung gerissen war. Mutter und Gattin Rita Maier wurde beim Wegräumen der leeren Bierflaschen im Wohnzimmer ganz schön giftig. Vater Anton Maier und Mutter Rita Maier entwickelten sodann zum Vergnügen des Publikums sehr unterschiedliche Vorstellungen von der Gestaltung des bevorstehenden Festes.

Sohn Markus Maier rettete, so schien es zumindest, den Weihnachtsfrieden mit einem Weihnachtsbaum, allerdings aus Plastik, 19,95 Euro aus dem Baumarkt. So war die Basis für einen ordentlichen Schwank geschaffen, auf der die Schauspieler der Theatergruppe Beeck ihr komödiantisches Talent voll entfalten konnten.

Carl Philipp Hensen, der den Sohn Markus Maier spielte, und Silvia Pesch (im Stück seine Freundin) traten bei „Ach, du fröhliche“ erstmalig vor das Publikum. Ein wenig Lampenfieber war schon dabei, doch im Kreise der erfahrenen Schauspieler legte sich das schnell. Karin Kohnen spielte furios die wütende Mutter. Friedhelm Schmitz in der Rolle des Vaters, Reifenhändler von Beruf, überzeugte ebenfalls in der Rolle des geknechteten Gatten. Sein Filmriss nach durchzechter Nacht führte neben den Kapriolen um einen angemessenen Weihnachtsbaum im Hause Maier zu Turbulenzen. Die blutige Axt unterm Sofakissen ließ Böses ahnen, doch die Erinnerung hatte der Alkohol fortgespült.

Bravourös trat Annabell Schlösser auf, die als zickige Nachbarin Martha Strecker den Haussegen im Hause Maier noch mehr in Schieflage brachte. Ein anderer Nachbar fahndete derweil nach seiner Tanne, wo die wohl geblieben war? Michael Schlösser spielte den robusten Nachbarn.

Turbulenter Weihnachtsbesuch

Der Weihnachtsbesuch von Rita Maiers Bruder Karl-Otto und seiner Gattin Agathe belebte den eh schon turbulenten Schwank noch mehr.

Agathe, etwas etepetete, wurde von Gisela Jansen gespielt. Den tüdeligen Karl-Otto stellte Manfred Walter dar. Sehr gut kamen auch die Passagen des Stückes an, die die Laienspielschar mit Lokalkolorit versehen hatte. Ein begeisterter Applaus des Publikums zeigte, wie sehr sich die Menschen in Beeck und Umgebung über die Aufführungen der Theatergruppe Beeck stets wieder freuen.

Alle fünf Vorstellungen sind ausverkauft. „Ach, du fröhliche“ darf sicherlich als Bereicherung des Kulturprogramms der Stadt Geilenkirchen betrachtet werden und als Warnung vor dem Fest der Feste. Ganz so schlimm, wie die blutige Axt es angedeutet hatte, sollte es dann aber doch nicht kommen.