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Geilenkirchen: Als Geilenkirchen in Schutt und Asche lag...

Geilenkirchen : Als Geilenkirchen in Schutt und Asche lag...

Im November 1944 lag Geilenkirchen in Schutt und Asche, nachdem die alliierten Streitkräfte die Stadt tagelang bombardiert hatten.

Rund um Geilenkirchen hatten zuvor starke Kampfhandlungen bei den deutschen wie auch amerikanischen und britischen Truppen zu hohen Verlusten geführt.

Ausgebucht

Jürgen Peters und Norbert Rosin von der Reservistenkameradschaft Awacs ließen die damaligen Ereignisse bei zwei Vorträgen noch einmal Revue passieren.

Schon beim ersten militär-historischen Vortrag war das Hallenbadrestaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Im Bürgersaal von Haus Basten mussten zwei Tage später dann einige Besucher auf dem Boden sitzen, nachdem alle Stühle „ausgebucht” waren.

Reservistenkameradschaftsvorsitzender Klaus-Peter Freuwörth hatte eingangs die Zuhörer begrüßt und den beiden Initiatoren der Veranstaltung für die zeitintensiven Recherchen im Vorfeld gedankt.

Gespannt verfolgten die 200 Besucher dann die über zweistündigen Ausführungen zu den Kriegsereignissen.

Anhand von Dias dokumentierten Jürgen Peters und Norbert Rosin den Verlauf des Westwalls zwischen Übach-Palenberg und Randerath.

Gezeigt wurden auch verschiedene Bunker sowie Bilder von Luftangriffen der Alliierten im Raum Geilenkirchen. Peters ging auf die Evakuierung der Bevölkerung, die mit Sonderzügen nach Westfalen gebracht wurde, ein.

Es folgten Angaben über Divisionsstärken und eine Auflistung der eingesetzten Spezialeinheiten. „Die deutschen Truppen umfassten im Raum Geilenkirchen eine Soll-Stärke von über 42.000 Mann”, wusste Peters zu berichten.

Rosin ging auf Kommandostrukturen und Gliederung der einzelnen Divisionen ein. Eine Auflistung von verschiedenen Gerätschaften und Fahrzeugen komplettierte das Gesamtbild.

So erfuhren die Anwesenden, dass sogar 3000 Pferde als Fortbewegungs- und Transportmittel, aber auch Flammenwurf-Panzer mit einer Reichweite von bis zu 70 Metern eingesetzt wurden.

Eingekesselt

Bei ihrem Vortrag stellte das Referenten-Duo die Tagesabläufe minutiös dar und ging detailliert auf die Versorgungsstrukturen der deutschen Truppen ein, wobei den Armeeversorgungslagern im Raum Köln/Kerpen und Krefeld eine bedeutende Rolle zukam.

Viele Frischwaren zur Versorgung der Soldaten wurden aber direkt von heimischen Bauern geliefert.

Die Gäste erfuhren, dass die alliierten Truppen im September 1944 von Holland kommend Richtung Geilenkirchen vorrückten und die deutschen Soldaten quasi „in letzter Minute” noch Laufgräben ausheben mussten.

„Ein entscheidender Durchbruch gelang den Alliierten am 1. Oktober 1944 bei Übach-Palenberg auf einer Linie Stegh-Muthagen-Breill”, erklärte Jürgen Peters.

Im Laufe der folgenden Tage und Wochen gab es weiter feindliche Angriffe auf Geilenkirchen, das bis Mitte November eingekesselt war.

Peters und Rosin gingen auch auf Kampfhandlungen in den umliegenden Dörfern ein, so gab es schwere Kämpfe bei Prummern, Bauchem, Niederheid, Tripsrath, Hatterath, Hochheid und Hoven.

Aufgrund des unerwartet großen Interesses an der „Schlacht um Geilenkirchen” können sich Jürgen Peters und Norbert Rosin bei Bedarf einen weiteren Vortrag durchaus vorstellen.