Gangelt: Als Austauschschülerin nach Amerika

Gangelt: Als Austauschschülerin nach Amerika

Anne Weinberg bereitet sich vor auf dem Weg in die Vereinigten Staaten. Die Schülerin aus Waldfeucht hat dazu ein Stipendium bekommen. Und die Realschule in Gangelt ist voller Stolz, dass bereits zum zweiten Mal eine Schülerin mit Unterstützung des Bundestages auf Reisen geht. Das brachte der Schule nun auch ein Lob des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel ein.

Die ganze Schule freut sich mit Anne Weinberg. Nach 17 Jahren erfolglosen Bewerbens wird zum zweiten Mal in Jahresfolge eine Schülerin für ein Jahr in die USA als junge Botschafterin des Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) reisen. In diesem Jahr durchlief die 17-jähirge Anne Weinberg das Bewerbungssystem, imponierte dabei mit ihrer großen Lockerheit.

Eine stolze Schule

„Wir haben eine tolle Generation“, sagte Thomas Rachel, Mitglied des Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung jetzt in der Realschule und beglückwünschte Anne Weinberg, zollte gleichzeitig der Realschule Gangelt große Anerkennung. Da lachte das Herz von Schulleiter Thomas Hoppe-Leifgen, trotz der „politischen Lage“ der Schule, die aufgrund der Einrichtung einer Gesamtschule ausläuft. „Wir Schüler sind schon stolz, auf diese Schule zu gehen“, legte Anne Weinberg nach. Da lächelten auch Klassenlehrer Siegfried Funk-Stevens und Englischlehrerin Helga Nijs.

Auch sie sehen in Anne Weinberg eine Schülerin, die sich trotz Schulstress sozial sehr engagiert zeigt, in der Einrichtung „Maria Hilf“ aushilft, ferner eine Schulsanitätsausbildung absolvierte und unter anderem in der DLRG aktiv ist. Klassenlehrer Siegfried Funk-Stevens: „Sie ist eine absolute Vertrauensperson.“

Die junge Dame wirkt sehr lebenslustig, mit klaren Zielen vor Augen. Und hier sieht Thomas Rachel nach seinen Gesprächen mit der 17-Jährigen schon eine Persönlichkeit heranreifen, und er ist sich sicher: Anne ist der richtige Botschafter. „Ich habe Anne genommen, weil sie eine sehr gute Schülerin ist, sie ist sehr sozial engagiert und liefert trotzdem gute Schulnoten. Das ist eine gute Kombination, und ich bin der Meinung, dass Anne eine gute Botschafterin des Kreises Heinsberg in der USA sein wird.“

„Viele Bewerbungen gehen bei der Auswahlkommission ein. Hier erfolgt eine Vorauswahl und Auswahltagung“, erläuterte der Bundestagsabgeordnete das Verfahren. „Ich hatte dann vier junge Leute aus dem Kreis Heinsberg im Auswahlgespräch, und es war sehr schwierig. Ich hätte sie am Liebsten alle auf die Reise geschickt.“

Warten auf Post

Mitte August soll es nun losgehen. Täglich wartet Anne Weinberg auf Post mit den Unterlagen. „Es geht an die Ostküste der Vereinigten Staaten“, weiß Anne Weinberg, die genauen Zuweisungsorte sowie Familien werden den insgesamt über 300 Schüler/innen aus dem Bundesgebiet rechtzeitig mitgeteilt.

Und wie haben die Eltern auf die Nachricht reagiert? „Oooohh“, imitiert Anne Weinberg und lachte dabei. „Natürlich fällt es einer Mutter schwer, loszulassen“, erkennt die junge Dame, erlebte dennoch glückliche Eltern, die — wie sie selbst — einfach stolz waren. Das sehen auch die Großeltern so wie auch Bruder Sven, der ebenfalls die Realschule Gangelt besucht.

Die Klassengemeinschaft bereitete Anne Weinberg einen großen Empfang, wobei man auch ein paar Freudentränen in den Augen der 17-jährigen sah. „Obama war in Berlin — Anne geht in die USA“, lachte Thomas Rachel. „Ich habe schon viele Austauschschüler nach Amerika geschickt. Alle sind anders, verändert im Sinne der Weiterentwicklung, gereift mit vielen, vielen Eindrücken zurückgekommen. Das wird bei Dir auch so sein“, wandte sich Thomas Rachel an die 17-Jährige, „und so ein Stipendium ist für jeden jungen Menschen eine große Chance.“

Wechsel fürs Abitur

Nach diesem einjährigen Stipendium in den USA möchte Anne Weinberg als Schülerin zum St.-Ursula-Gymnasium nach Geilenkirchen wechseln, um hier ihr Abitur zu machen.

„Ich hatte immer schon den Wunsch, ein Auslandsstudium zu absolvieren, um auch das eigene Verständnis für andere Kulturen zu wecken“, schildert Anne Weinberg mit einem Funkeln in den Augen. „Meine Freundin Larissa hat sich im vorigen Jahr beworben und war sehr begeistert. Ich stehe ferner im guten Kontakt zu Frau Nijs, sie unterstützte mich in der Bewerbung. Dann habe ich alles auf mich zukommen lassen und mir absolut keinen Kopf bemacht.“

(agsb)
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