Geilenkirchen: Aktionswoche: Kinder lernen, wie ein Monster entsteht

Geilenkirchen: Aktionswoche: Kinder lernen, wie ein Monster entsteht

Zwei Sachen sind ganz wichtig in der „Grüffelo“-Aktionswoche der Stadtbücherei Geilenkirchen. Zum einen ist das kräftige, braune Pappe, zum anderen ist das weißes Papier. „Ohne geht es nicht“, sagt Büchereimitarbeiterin Monika Fuß und nimmt beides flugs zur Hand.

Mit der Schere in der Hand und bei manchen auch mit der Zungenspitze im Mundwinkel machen sich die 15 Kinder in der ersten Etage der Bücherei in der Martin-Heyden-Straße daran, selbst einen „Grüffelo“ zu basteln. Die Kinderbuch-Figur aus der Feder von Julia Donaldson spielt die Hauptrolle in der zweiten Ferienwoche in der Stadtbücherei. Die braune Pappe für das Fell und das weiße Papier für den spitz und keck hervorlugenden Eckzahn sind dann eine Arbeit, die schon mal ein wenig kleinteilig sein kann.

Alexander Daniel Heinz wird am kommenden Samstag den „Grüffelo“ spielen, und freut sich schon jetzt auf seinen Einsatz.

„Ihr müsst ganz kleine Ecken schneiden“, rät Anna Belski den Kindern, und als motivierte Mama ist Maren Widua gleich auch mit dabei. Natürlich kennen die Kinder, die alle im fortgeschrittenen Grundschulalter sind, die Geschichte von dem Ungeheuer bis ins Detail. Das „Grüffelo“ wird bei einem Waldspaziergang von einer Maus erfunden.

Aus der Fiktion wird jedoch Wirklichkeit, so dass das Monster bald lebendig wird. Erfunden hat die Maus das Ungeheuer übrigens deshalb, weil Fuchs, Eule und Schlange sie auf dem Weg durch den Wald zu sich nach Hause einladen wollen, um den süßen Nager aufzufressen. Die Maus redet sich aus der brenzligen Situation mit dem Hinweis heraus, schon mit dem großen und gefährlich aussehenden „Grüffelo“ verabredet zu sein.

Beschreibungen von dessen feurigen Augen und schrecklichen Klauen, sowie die Hinweise, dass Fuchs am Spieß, Eule mit Zuckerguss und Schlangenpüree zu seinen Lieblingsspeisen gehören, schrecken die anderen Waldbewohner ab.

Die Kinder basteln in ihren Osterferien nicht nur ihre ganz eigenen Stabfiguren und Masken vom „Grüffelo“. „Sie studieren mit viel Eifer auch ein kleines Theaterstück ein“, sagt Bücherei-Leiterin Antonia Zaharanski. Dafür gehen neben viel brauner Pappe, etwas weißem Papier und mehr und weniger bunten Stiften auch ganz viele Klebestifte drauf, bis am Ende jeder mindestens einen „Grüffelo“ selbst gebastelt hat.

Und ganz nebenbei übt Alexander Daniel Heinz in seiner Hauptrolle als das kleine, aber doch ganz liebenswerte Monster auch seine lustigsten Sätze. „Ich habe auch einen Satz, bei dem bestimmt alle richtig lachen werden“, verspricht der Neunjährige.

Was der Maus und dem „Grüffelo“ auf ihrem Weg widerfährt, das können auch die Gäste am kommenden Samstag ab 15 Uhr in der Stadtbücherei erleben. Dann wird es eng, die Plätze sind schon komplett ausgebucht, weil Eltern, Omas und Opas sich das Schauspiel nicht entgehen lassen wollen, wie die Büchereileitung mitteilt. Bis dahin kann Heinz noch ein wenig am Text feilen, „und an der tiefen Stimme, denn die ist ganz wichtig“, sagt er. Und am Ende wird er feststellen, dass die Maus vielleicht eins der kleineren, aber sicherlich auch eins der schlauesten Lebewesen ist, dass sogar Monstern noch eins auswischen kann.