Geilenkirchen: Aktion mit Müntefering: Bewegung gegen Darmkrebs

Geilenkirchen: Aktion mit Müntefering: Bewegung gegen Darmkrebs

Der Kreissportbund Heinsberg, der Stadtsportverband Geilenkirchen und das Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus ziehen an einem Strang: „Sich regen bringt Segen — lebenswerte Jahre gewinnen“ ist eine Veranstaltung überschrieben, mit der die drei Kooperationspartner darauf aufmerksam machen wollen, dass körperlich aktive Menschen ein geringeres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken.

Mit dieser Veranstaltung, die am Dienstag, 1. Dezember, 18 Uhr, in der Aula der Realschule Geilenkirchen stattfindet, übernimmt Geilenkirchen eine Vorreiterrolle und soll Modellstadt im Kreis Heinsberg sein. Auch Franz Müntefering, Botschafter des Programms „Bewegt älter werden in NRW“, wird zu der Veranstaltung, die von unserem Redakteur Thorsten Pracht moderiert wird, erwartet.

Unterstützt wird das Projekt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die Zusammenarbeit der drei Projektpartner und die Veranstaltung werden mit finanzieller Unterstützung der Bundeszentrale dokumentiert und bundesweit vorgestellt. So können auch andere Kreissportbünde von den im Kreis Heinsberg gemachten Erfahrungen profitieren.

Ähnliche Veranstaltungen des Kreissportbundes in anderen Städten des Kreises Heinsberg zu anderen Gesundheitsthemen sollen folgen.

„Wir wollen die Menschen aufklären, dass Bewegung gut gegen Darmkrebs ist, und ermutigen, in Sportvereine zu gehen und sich zu bewegen“, erklärt für den Kreissportbund Mathias Vonderbank, Fachkraft „Bewegt älter werden in NRW“. Bewegung, so Vonderbank, fördere die Verdauung, Schadstoffe würden schneller ausgeschieden, der auch den Darm schädigende Stress werde abgebaut, Sport verbessere die Psyche. „Der Mensch soll Verantwortung für seinen Körper übernehmen“, fordert Vonderbank und rät zu gesunder Ernährung, zu Vorsorgeuntersuchungen und einer halben Stunde Bewegung am Tag.

An diesem Abend werben die Vereine für sich, die Besucher erfahren, welche Angebote die Vereine für ältere Menschen bereithalten. „Wir vom Kreissportbund wollen nicht nur Präventionsangebote machen, sondern auch Reha-Maßnahmen aufbauen“, blickt der gelernte Krankenpfleger Vonderbank, Marathonläufer, Übungsleiter und Lehrkraft des Landessportbundes, nach vorne. Für den 47-Jährigen ist es wichtig, das Netz der Präventiv- und Rehabilitationssportangebote in den Vereinen auszubauen, um Wieder- und Neueinsteiger zu gewinnen.

Die Möglichkeit, neue Mitglieder zu gewinnen, nutzt der Stadtsportverband Geilenkirchen gerne. „Das ist eine Chance, im Seniorenbereich tätig zu werden und neue Mitglieder zu gewinnen“, sagt Host Tacken, stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportverbandes Geilenkirchen.

Muskulatur bewegen

„Die Menschen werden älter. Sie sollen aber nicht ihre Knochen schonen, sondern müssen die Muskulatur bewegen, um lange beweglich zu bleiben“, fügt Heinz Josef von St. Vieth, Geschäftsführer des Stadtsportverbandes, hinzu. Derweil fordert Beisitzer Heinz-Josef Menke die Vereine auf, neue Angebote für Senioren zu schaffen.

Die Vorstandsmitglieder des Stadtsportverbandes Geilenkirchen, die Interessenvertretung der 29 Sportvereine mit 6750 Mitgliedern im Geilenkirchener Stadtgebiet, macht deutlich, dass die Zeiten der Einspartenvereine vorbei sind.

Bestes Beispiel ist sicher Rhenania Immendorf: Der Fußballclub bietet heute auch Gymnastik, Tischtennis, Badminton, Indiaca und Walking an.

„Aufgrund des demografischen Wandels reichen die Angebote immer noch nicht. Wir müssen auch mehr ältere Menschen als Übungsleiter ausbilden“, fordert Tacken und Menke ergänzt: „Es muss in den Vereinen altersgerecht zugehen. Diesen Karren wollen wir mit anschieben.“

Mehr von Aachener Zeitung