Geilenkirchen: Abbau von Vorurteilen: Schüler aus Sittard besuchen Sankt-Ursula-Gymnasium

Geilenkirchen : Abbau von Vorurteilen: Schüler aus Sittard besuchen Sankt-Ursula-Gymnasium

Es zog ganz schön frisch über den Schulhof vor der Kulisse der Geilenkirchener Burg. Schüler aus Sittard und Geilenkirchen hatten sich dort versammelt, um ein Gruppenfoto vom Schüleraustausch zu machen. Bereits zum vierten Mal findet dieser zwischen dem niederländischen Gymnasium Trevianum Sittard und dem Bischöflichen Gymnasium Sankt Ursula Geilenkirchen statt.

Am Donnerstag waren die Sittarder Schüler zu Gast in Geilenkirchen. Im Juni wird der Differenzierungskurs Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 9 seinen Gegenbesuch in den Niederlanden abstatten. Geleitet wird der Kurs von Sarka Nowak. Sie ist Lehrerin am Bischöflichen Gymnasium für Französisch und Sozialwissenschaften.

Die Schüler und Lehrer waren bei den eisigen Temperaturen froh, schnell den bereitstehenden Bus vor dem Schulgebäude zu erreichen, der sie nach Bonn kutschierte. Ziel des gemeinsamen Ausflugs war das Haus der Geschichte, das sicherlich beiden Teilnehmergruppen noch einiges an neuen Erfahrungen mitgab.

Schon im Vorfeld des Besuches hatten die Schüler per E-Mail kommuniziert — auf Deutsch. Die Gäste aus Sittard hatten schon etliche Pflichtstunden Deutschunterricht hinter sich, so dass dem Austausch keine sprachlichen Grenzen gesetzt waren.

Gemeinsames Frühstück

Am Geilenkirchener Gymnasium gibt es bislang nur eine Niederländisch-Arbeitsgruppe. Bei der Vorbereitung des Besuchstages waren bereits Partnergruppen aus jeweils einem niederländischen und einem deutschen Schüler gebildet worden. So verlief schon der Morgen, der im Bischöflichen Gymnasium mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen hatte, in regem Austausch. Mit Fug und Recht konnte Frank Hülden, am Bischöflichen für die Organisation des Austausches verantwortlich, behaupten: „Wenn Sie jetzt in den Klassenraum gehen, werden sie deutsche und niederländische Schüler nicht mehr auseinanderhalten können.“

Knifflige Fragen

Nach dem Frühstück wurden Fragen rund um das Thema Europa mit dem Schwerpunkt Niederlande erörtert. Anschließend beantworteten die Schüler in lockerer Runde ein kleines Quiz mit kniffligen Fragen zu den jeweiligen Heimatländern. Eine Frage hatte sich Frank Hülden ausgedacht: Wo macht das niederländische Königspaar gerade Urlaub? Wer sich in der Welt der Royals auskannte, der war klar im Vorteil. Aber auch die vage Antwort „Die machen da Urlaub, wo sie immer Urlaub machen“, wäre korrekt gewesen, nämlich in Lech am Arlberg. Die muntere Runde absolvierte noch eine Runde Bingo, dann ging es ab in den Bus.

Die Lehrerinnen Uschi Blaauw und Lidie Weylands begleiteten die niederländischen Schüler. Den Abbau von Vorurteilen nannten sie als ein Ziel des Austausches. Doch welche Vorurteile gibt es noch? „Nun“, sagte Uschi Blaauw, „man denkt, die Deutschen sind genau und pünktlich.“ Und die Niederländer? „Immer noch Holzschuhe und Tulpen“, sagte sie lachend.

Beim Gegenbesuch im Juni steht dann auch ein Besuch in Maastricht auf dem Programm. Bis dahin wird der Kontakt aber nicht unterbrochen, sondern weitergeführt — mit den modernen Kommunikationsmitteln.