Geilenkirchen-Süggerath: 60-jähriger Schwede radelt tausende Kilometer

Geilenkirchen-Süggerath: 60-jähriger Schwede radelt tausende Kilometer

„Alter Schwede”, was hat der Mann ein Pensum an Kilometerleistung mit seinem Fahrrad zurückgelegt. Swen Borg (60) hat seit 2006 kräftig in die Pedale getreten und hatte bei seiner Ankunft in Süggerath mehr als 36.000 Kilometer auf dem Tacho.

„Ich komme aus Lappland, das ist ein Freistaat - auch frei von Steuern”, schmunzelt der Schwede. Und die Süggerather staunen ob des schrulligen Globetrotters, den es in ihr Dorf verschlagen hat.

Überhaupt scheint der 60-Jährige den Schalk im Nacken sitzen zu haben, denn er hat immer ein Scherzchen auf den Lippen. Das liegt wohl auch daran, dass sich Swen Borg derzeit keine großen Sorgen über sein Dasein macht, denn seit dem 1. Januar 2006 radelt der gelernte Kirchenrestaurator mit dem Fahrrad seiner Mutter und 500 Euro monatlicher Rente durch die Welt und genießt Gottes Natur.

Das Leben sah für ihn aber einmal gar nicht so gut aus, denn 2004 hatte der Schwede einen schweren Unfall. „Ich bin vom Gerüst gefallen und lag danach ein Jahr im Krankenhaus”, erinnert sich Swen Borg. Sein Doktor habe ihm gesagt: „Jetzt wirst Du Dich an ein Leben im Rollstuhl gewöhnen müssen.” Das war die Initialzündung für eine neue Zukunft, denn hier reiften der Überlebenswille und der Gedanke sich mit Radfahren körperlich wieder fit zu machen. Nach zwei Monaten Rollstuhl schwang er sich aufs Rad und alles wurde wieder gut.

Voller Elan griff sich Swen Borg das Rad seiner Mutter, verabschiedete sich von Familie und Freunden und ging auf große Reise. Über sein Fahrrad ist er voll des Lobes: „Das ist gute Qualität aus Südschweden, sehr stabil und hat sieben Gänge.” Das Rad hat bis heute nicht seine Dienste versagt, obwohl Borg einen Anhänger und insgesamt bis zu 120 Kilo Gepäck mitführt.

Sechsmal musste er während seiner Weltreise die verschlissenen Reifen erneuern - paarweise, versteht sich. „In Afrika musste ich zusätzlich einen Wasservorrat von 20 Litern mitnehmen”, erzählt der muntere Schwede, der die Freiheit über alles zu schätzen lernte, drauf los.

Nach einer kurzen Besichtigung von Süggeraths „Heilig Kreuz”-Kirche mit dem berühmten Antwerpener Schnitzaltar machte sich Borg wieder weiter Richtung Lappland auf - über Mönchengladbach Richtung Norden. Wenn er in seiner Heimat ankommt, hat er rund 41.000 Kilometer zurückgelegt - durch Gottes schöne Natur.