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Geilenkirchen: 38-Jähriger muss sich wegen Betrugs vor Gericht verantworten

Geilenkirchen : 38-Jähriger muss sich wegen Betrugs vor Gericht verantworten

Von den Geschäften, die Betriebe machten, deren Geschäftsführer er war, will ein 38-jähriger Kraftfahrer aus Heinsberg nichts gewusst haben. Dies sagte er zumindest beim gestrigen Prozessauftakt gegen ihn vor dem Schöffengericht in Geilenkirchen aus.

Unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Anselm Pütz muss sich der Mann, der ohne Ausbildung ist, laut Anklageschrift wegen Bankrotts, Untreue und Betrug verantworten. So ist er, nach notariell bestätigten Urkunden, Geschäftsführer von gleich drei Betrieben im Baugewerbe gewesen.

Doch er selbst habe weder Beschäftigte gehabt, noch etwas vom Treiben der Betriebe gewusst, noch jemals nur eine Baumaschine auf seinem landwirtschaftlichen Hof gehabt, so gab der Angeklagte zu Protokoll. Vielmehr habe er sich von einem Bekannten dazu überreden lassen, auf dem Papier als Geschäftsführer der Firmen aufzutreten. Als einzige Gegenleistung dafür sollten die Firmen sein Anwesen umbauen. Doch offensichtlich gab es Schwierigkeiten bei der wahren Geschäftsführung der drei Firmen, die nacheinander zahlungsunfähig wurden und sich auch noch gegenseitig das Geld zuschoben, um die wahren Vermögensverhältnisse zu verschleiern.

Auch sind die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Geschäftsbücher entweder nicht geführt worden oder aber verschwunden, zuletzt hatte auch die Krankenkasse, bei der Mitarbeiter der Unternehmen beschäftigt waren, Ansprüche auf zu zahlende Sozialbeiträge erhoben, was letztendlich den Stein der Anklage ins Rollen brachte.


Der 38-Jährige sah sich, so stellte er es gestern dar, mit Dingen konfrontiert, von denen er nichts wusste. „Ich habe nie irgendwelche Bücher gesehen”, gestand er, „was da so gelaufen ist, weiß ich überhaupt nicht”, unterstrich er. Er habe sogar bei einer Gelegenheit 25 Blanko-Schecks unterschrieben, damit die sein „Geschäftspartner” benutzen konnte.

Über den Verbleib von Beträgen einer Gesamthöhe von 120.000 Euro, die Kunden auf Rechnungen der drei Firmen gezahlt haben, wusste er nichts zu berichten. Auch nicht, warum ein Auftrag an eine Dachdeckerfirma für über 13.000 Euro erging, die Arbeiten ausgeführt wurden, die besagte Firma aber nie Geld erhielt.

Zu diesen Vorwürfen sollen Zeugen, die am heutigen, zweiten Verhandlungstag ab 9 Uhr gehört werden, Licht ins Dunkel bringen. Eingestanden hat der 38-Jährige aber eine andere Tat. So orderte er bei einem Möbelhaus mit Sitz in Mönchengladbach eine Küche, ließ sie einbauen, bezahlte diese aber nicht, sondern verkaufte sie, noch unbezahlt, gegen Ratenzahlung an eine gutgläubige Dame weiter.

Und dieses Geld zahlte er weder an das Möbelhaus, noch gab er es bei der eidesstattlichen Versicherung an, die er beim Gerichtsvollzieher abgab. „Das stimmt”, sagte der Mann.