Geilenkirchen: 300 Bürger zeigen Flagge gegen Rechts

Geilenkirchen: 300 Bürger zeigen Flagge gegen Rechts

Rund 300 Bürger, unter ihnen Vertreter aller politischer Parteien, demonstrierten am Samstagvormittag gegen eine Kundgebung der NPD auf dem Geilenkirchener Marktplatz. Etwa 40 Beamte der Kreispolizei waren im Einsatz.

Organisiert hatte die Gegendemonstration der Grünen-Parteichef Jürgen Benden. Von der NPD selbst standen etwa zehn Personen auf dem Marktplatz. Die Polizei hatte NDP und Gegendemonstranten mit einer Absperrung voneinander getrennt. Während die NPD-Mitglieder ihre Parolen über den Platz riefen, ertönten von den Demonstranten lautstarke Protestrufe und lautes Getöse aus unzähligen Trillerpfeifen. Geilenkirchen sei eine friedliche und tolerante Stadt, in der brauner Sumpf nichts zu suchen habe, erklärte Jürgen Benden unter dem Beifall der Demonstranten.

„Geilenkirchen ist eine weltoffene Stadt. Wir dürfen es nicht zulassen, dass Intoleranz und rassistisches Gedankengut widerspruchslos hingenommen werden“, betonte in einer kurzen Rede auch Dr. Ruth Seidl, Landtagsabgeordnete der Grünen. „In Zeiten, in denen Menschen im Mittelmeer ihr Leben verlieren, ist es zynisch, den Anschein zu erwecken, hier gebe es Asylmissbrauch“, sagte Bernd Krückel, Landtagsabgeordneter der CDU. Man erlebe keinen Missbrauch, sondern die größte Flüchtlingswelle. Zwei insgesamt 30 Meter lange Transparente mit der Aufschrift „Geilenkirchen für Frieden und Toleranz“ bildeten eine symbolische Mauer zur NPD.

Zuvor hatte die Aachener Antifa auf Facebook dazu aufgerufen, die „NPD-Hetze in Geilenkirchen“ zu stören. Etwa 15 Autonome waren dem Aufruf gefolgt. Zum Abschluss der Demonstration kam es zu einer kleinen Rangelei zwischen Autonomen und NPD, die die Polizei aber schnell unter Kontrolle hatte. Weil es zu weiteren Auseinandersetzungen gekommen wäre, fuhren die Polizeibeamten die Rechten aus der Stadt, während die Autonomen den Fußweg Richtung Bahnhof antraten.

(st)