300 Besucher bei Kräuterweihe in Vinteln

Weihe in Vinteln : Kräuter verhelfen zu Wohlstand, Weisheit und Erfolg

Man kann den Gläubigen der Gangelter Weggemeinschaft nun wirklich nicht nachsagen, dass sie Schönwetter-Christen sind. Der Beginn der jährlichen Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt an der Feldkapelle in Vinteln war von schwarzen Wolken, starkem Wind und Regen begleitet. Allerdings wurde die Mühe der Dorfgemeinschaft belohnt.

Während der Messe gab es keinen Regen, die meisten Schirme blieben zu, und es ließ sich sogar immer mal wieder die Sonne blicken.

Diejenigen, die die Kräuterweihe von Anfang an besuchen, konnten sich erinnern, dass es einmal passiert ist, dass man in die Nikolauskirche umziehen musste, weil es aus Kübeln gegossen hat. Es muss allerdings lange her sein, denn keiner wusste das Jahr.

Erstmals nahm Regionalvikar Markus Bruns an der Messe, die zum 31. Mal unter freiem Himmel gefeiert wurde, teil. Dem Heinsberger Probst war von der ersten Minute an die große Freude anzumerken, die er an diesem Fest hatte. „Mir ist schon einiges darüber berichtet worden“, begrüßte wieder an die 300 Gäste.

Die Kapelle aus dem Jahre 1880 bietet aber auch bei jedem Wetter mit ihren drei prächtigen Linden ein herrliches Bild. Die Pfarrer Daniel Wenzel, Andreas Krieg, Rene Mertens und Paul Li teilten sich zusammen mit Diakon Stephan Lütgemeier die Aufgaben der Messfeier.

In einer solchen Umgebung klingen die Marienlieder dann besonders schön. Musikalisch wurde der Abend wieder von den Kevelaer-Musikern mit ihrem Dirigenten Josef Lutzenburg begleitet. Diesmal gesellte sich der Schinvelder Männerchor dazu und bereicherte das Fest um eine weitere Nuance. Heinsberger Lokalkolorit, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde, brachte Regionalvikar Markus Bruns mit. „Weißt du wo der Himmel ist“, zitierte er eine Gedichtzeile vom ehemaligen Probst Wilhelm Willms (1930-2002), der sich als Verfasser geistlicher Lieder und Lyrik einen Namen gemacht hat. Pfarrer Bruns Antwort in der Predigt bezog sich auf den Besuch Marias bei Elisabeth: „Den Himmel erfahren wir dort, wo Menschen füreinander da sind; dann ergeben sich heilsame Begegnungen.“

Regionalvikar Markus Bruns hatte sich schlau gemacht, was die Zusammensetzung der Kräutersträuße angeht. Bevor er diese segnete, sprach er über die Zusammensetzung. Rosmarin soll zum guten Schlaf verhelfen, Salbei zu Wohlstand, Weisheit und Erfolg. Wermut verspricht Kraft, Mut und Schutz, Minze Gesundheit. Arnika schützt gegen Feuer und Hagel. Für Glück und Liebe steht die Kamille, Getreide für das tägliche Brot.

Am Ende der Messe wurde den Gläubigen die Gemeindereferentin Eva Jessen vorgestellt, die das Pastoralteam der Weggemeinschaft ergänzen wird. Eigentlich ist sie ja eine alte Bekannte, denn sie absolvierte ihre dreijährige Assistenzzeit ab 2011 in Gangelt und wurde nach der Beauftragung in die Pfarrei St. Marien Wassenberg versetzt. Nun kehrt sie, die mit ihrer Familie in Tüddern wohnt, zurück und freut sich auf die anstehenden Aufgaben. Für das, was dann folgte, hätte sich auch niemand von schlechtem Wetter abhalten lassen. Auf dem nahen Hof der Eheleute Horrichs war jeder zu einer geselligen Runde eingeladen.

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