Geilenkirchen: 25 Meter hoher Funkmast besorgt Anwohner

Geilenkirchen: 25 Meter hoher Funkmast besorgt Anwohner

In seiner Sitzung hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung am Donnerstag, 15. April, über die Errichtung eines 25 Meter hohen Stahlgittermastes für die Installation einer Richtfunkantenne zu befinden.

Das Richtfunksystem ist geplant für einen Datenaustausch mit einer entsprechenden Antenne in 16,5 Kilometer Entfernung in Erkelenz. Der Ausschuss hat über die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nummer 88 der Stadt Geilenkirchen zu entscheiden, der bisher nur eine maximale Höhe von zehn Metern für bauliche Anlagen vorsieht.

Weil der von der Firma CSB-Systems beantragte Mast die zulässige Höhe um 15 Meter überschreitet, bedarf die baurechtliche Genehmigung des Antennenmastes einer Befreiung gemäß Paragraph 31 des Baugesetzbuches. Das Richtfunksystem soll im Dreieck Friedrich-Krupp-Straße/Am Forsthaus 90 Meter von der Wohnbebauung Richtweg in Niederheid installiert werden.

Im Vorfeld hatten Anwohner die Möglichkeit, sich bei CSB über die Planung zu informieren und ihre Bedenken vorzutragen. Rund 30 Bürger nutzten die Gelegenheit und diskutierten - teilweise kontrovers - mit Vertretern von Rat und Stadtverwaltung sowie dem Geschäftsführer des CSB-Rechenzentrums I, Wilhelm Rulle, und Diplom-Ingenieur Alexander Bradt von der Firma Ericsson. Dabei brachten die Anwohner ihre Sorgen zum Ausdruck, dass die Möglichkeit bestehe, auch Mobilfunkanbieter an den Mast anzuschließen, verbunden mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Menschen in der Umgebung.

Alex Jansen, Leiter des Bauamtes der Stadt Geilenkirchen, versuchte diese Bedenken zu zerstreuen, indem er mitteilte, dass dies im Vorfeld festgelegt werden könne. Auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Benden versprach, dass in dem späteren Beschluss des Rates der Betrieb von Mobilfunk an dieser Antenne ausgeschlossen werde.

Wilhelm Rulle bestätigte, dass auch auf absehbare Zeit kein Mobilfunk an dem Gittermast geplant sei. Der Geschäftsführer des Rechenzentrums von CSB ging auf das Projekt ein und erklärte, dass eine 24-Stunden-Richtfunk-Direktverbindung zwischen den beiden Antennen in Geilenkirchen und Erkelenz eingerichtet werde. Diese Zweiwegzuführung werde dringend für die Gewährleistung des ausfallsicheren Datenaustauschs im Dauerbetrieb des CSB-Rechenzentrums benötigt.

„Wer haftet für meine Gesundheit?”, fragte ein Anwohner und zeigte sich besorgt über die Funkemissionen. Inwieweit die elektromagnetische Strahlung auf den Menschen in unmittelbarer Nähe einwirke, wollten auch weitere Bürger wissen. „Die Strahlenbelastung ist äußerst gering, sie beträgt bei der geplanten Richtfunkanlage nur 0,1 Watt”, erläuterte Alexander Bradt von der Firma Ericsson. Dies sei die maximale Leistung, welche die im Gewerbegebiet Fürthenrode geplante Anlage geben könne. Das liege deutlich, nämlich millionenfach unter dem gesetzlichen Grenzwert, so dass keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigung zu befürchten sei.

Bradt zog den Vergleich zu einem Mobiltelefon, das mit einem Watt unmittelbar am Körper betrieben werde. Einige Anwohner konnten sich nicht mit dem optischen Eindruck des geplanten Gittermastes anfreunden und befürchten durch den Bau des Mastes eine Wertminderung ihrer Immobilien. „Wir haben viel in unser Haus investiert. CSB soll mir den Mast schmackhaft machen, die Firma kann mir das Grundstück abkaufen”, warf ein Anwohner ein. Auch diese Bedenken versuchte Wilhelm Rulle zu zerstreuen. Ein 25 Meter hoher Mast sei in 90 Meter Entfernung kaum als störend zu empfinden.

Nach Gesprächen mit der Stadtverwaltung sei der Standort ohnehin von anfänglich 50 Meter auf jetzt 90 Meter Entfernung von der Wohnbebauung verlegt worden. Die Ratsvertreter Jürgen Benden (Bündnis90/Die Grünen), Kurt Sybertz (SPD) und Christian Kravanja (Freie Bürgerliste) nahmen die Sorgen der Anwohner ernst und versprachen, den Beschlussvorschlag an den Rat bei der kommenden Stewi-Sitzung so abzufassen, dass die Belange der Bürger berücksichtigt werden.