Geilenkirchen-Teveren: 21 Kinder aus Tschernobyl besuchen Airbase

Geilenkirchen-Teveren: 21 Kinder aus Tschernobyl besuchen Airbase

21 Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 15 Jahren besuchten in dieser Woche den Nato E-3A Verband in Geilenkirchen-Teveren. Vier Wochen sind die Kinder aus dem Umfeld von Tschernobyl auf Einladung des von Mitarbeitern der Kernforschungsanlage Jülich 1992 gegründeten Vereins „Helft den Tschernobyl Kindern Alsdorf” in der Region unterwegs.

Während dieser Zeit sind die jungen Menschen bei Gastfamilien in den Kreisen Aachen, Düren, Heinsberg und in der Eifel untergebracht. In Kooperation mit der Partnerorganisation „Eine Hand für Tschernobyl-Kinder V.O.G.” Eupen bietet der Alsdorfer Verein für die Kinder aus dem Bezirk Uljanovo Ferienfreizeiten in Deutschland. In der betroffenen Region jenseits der Grenze auf russischer Seite leben etwa 11.000 Menschen, davon rund 1000 Kinder in zwei Dutzend weit verstreuten Kolchosen.

Der radioaktive Niederschlag nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am 26. April 1986 traf den Bezirk Uljanovo mit besonderer Härte. Zusätzlich zu der relativen Armut erlitten viele Menschen gesundheitliche Schäden. Selbst heute leben sie noch in verstrahlter Umgebung und ernähren sich von den Produkten ihrer kontaminierten Gärten und Felder.

Die Menschen in dieser russischen Region sind sich dieser Tatsache bewusst und versuchen, weitestgehend den Verzehr von Salat, Gemüse und Obst aus heimischen Gärten zu vermeiden. Dies haben viele der Kinder derart verinnerlicht, dass sie sogar oftmals die Salatblätter von in Deutschland angebotenen Hamburgern entfernen. Das erzählen Gasteltern und Begleiter beim Besuch des Awacs Verbandes. Der Verein finanziert sich durch Spenden und kümmert sich seit vielen Jahren um die Menschen aus dem durch den Unfall in dem Atomkraftwerk verseuchten Gebiet.

„Leider können wir nur einen kleinen Teil der Kinder zu dem vierwöchigen Gesundungsurlaub in unsere Region einladen”, sagt Otto Stöcker, der 1. Vorsitzende des Alsdorfer Vereins. Die Ferienkinder würden in Abstimmung mit dem Verein von russischen Helfern ausgesucht, wobei man auch auf die Unterstützung der russischen Behörden angewiesen sei. „Wir möchten den Kindern vier unbeschwerte Wochen in Deutschland ermöglichen”, sagen Martina und Otto Stöcker, die in diesem Jahr zwei Mädels zu Gast haben.

Die Kinder nehmen in den Gastfamilien am täglichen Leben teil. „Diese vier Wochen gesunde Luft und Ernährung helfen nachweislich dem Immunsystem und der Psyche der Kinder”, sagt Otto Stöcker. Daneben würden sich immer wieder Freundschaften auch über die Zeit des Aufenthalts hinaus entwickeln. Der Verein bietet während der vier Wochen gemeinsame Aktionen. Zu den sieben größeren Ausflügen zählt auch der Besuch der Nato Airbase. Rundgang durch ein Flugzeug und Besichtigung des Fire Department vermittelten den Kindern einen kleinen Eindruck von der Arbeit beim Nato Verband.

Irina Geliev-Sowa, Mirco Hauschild, Bernd Velling, Jürgen Wieczarkowiecz, Janina Bien und Maureen Gerards standen für den E-3A Verband den Gästen zur Seite und beantworteten alle Fragen. Auf dem Sportplatz konnten sich die Kinder bei Spaß und Spiel zum Abschluss noch ein wenig vergnügen. Mit vielen Eindrücken ging es zurück in die Gastfamilien.

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