Geilenkirchen: 18 Löcher auf 46 Hektar: Golfpark Loherhof will ausbauen

Geilenkirchen : 18 Löcher auf 46 Hektar: Golfpark Loherhof will ausbauen

Stefan Davids ist begeisterter Jogger. Oft läuft er zwei Stunden durch die Natur. „Wenn ich zwei Stunden gelaufen bin, bin ich müde“, bekennt er. Er sagt aber auch: „Der Kopf ist dann immer noch nicht frei. Man hat in diesen zwei Stunden genügend Zeit, über die Probleme nachzudenken, über die man auch am Rest des Tages nachgedacht hat.“ Ganz anders sei das beim Golfen: „Da hat man keine Zeit für andere Dinge, man ist auf den Sport konzentriert. Da werden auf dem Platz sogar die Handys ausgeschaltet.“

Das ist wohl einer der Gründe, warum sich immer mehr Menschen dem Golfsport zuwenden. Auch Stefan Davids, der die Golfanlage am Sportpark Loherhof seit 2006 betreibt, freut sich über das rege Interesse und sagt: „Golf ist eine große Herausforderung, sogar eingefleischte Tennisspieler verzweifeln oft. Man braucht Kondition gepaart mit Konzentration.“

Rechts von diesem Feldweg, der zum Pater-Briers-Weg führt, soll der Geilenkirchener Golfplatz erweitert werden. Im Hintergrund liegt das Neubaugebiet Hünshoven. Foto: Udo Stüßer

Die 18 Hektar große 9-Loch-Anlage am Loherhof stößt allerdings mittlerweile an ihre Grenzen. 450 Golfer haben hier ein Jahresabonnement, hinzu kommen noch zahlreiche Gastspieler. Alleine auf dem Übungsgelände werden pro Woche 15.000 Bälle abgeschlagen und am Ende der Woche maschinell eingesammelt, gewaschen und für die kommende Woche gelagert.

Da die Golfer nicht nur mehr werden, sondern auch die Nachfrage nach einer größeren 18-Loch-Anlage ständig steigt, wird die bestehende Anlage um 28 Hektar erweitert. Läuft man auf einer 9-Loch-Anlage ungefähr fünf Kilometer, so sind es auf der 18-Loch-Anlage zehn Kilometer.

Während sich der derzeitige Platz in Richtung Prummern und Immendorf erstreckt, ist die 28 Hektar große Erweiterung in Richtung Süggerath geplant. Der neue Platz wird gegenüber der jetzigen Anlage auf der anderen Seite des Pater-Briers-Weges erreichtet. Baubeginn ist im Frühjahr 2018, fertiggestellt wird die Anlage im Frühjahr 2019.

„Bisher handelt es sich um reines Ackerland, da gibt es keinen Baum, da gibt es keinen Strauch. Durch den Bau der Golfanlage wird das Gelände extrem aufgewertet“, sagt Davids. Wurden bereits auf der bestehenden Platzanlage 10.000 Gehölze angepflanzt, so sind auf dem Erweiterungsgelände 20.000 Pflanzen — Hecken und Obstbaumwiesen — vorgesehen. „Das sorgt natürlich für bessere Luft“, sagt Davids, der auf eine ökologisch nachhaltige Planung großen Wert legt. Davids selbst ist gelernter Gärtner und Fachagrarwirt für Golfplatzpflege.

Ideale Typografie

Die neue Fläche liege in einer für Golfer idealen Typografie. „Das leicht hügelige Gelände eignet sich für Golf, an der Landschaft muss nicht viel modelliert werden“, erläuterte Davids die Pläne. Am tiefsten Punkt der Erweiterung wird ein großer Teich angelegt, in dem das Oberflächenwasser aufgefangen wird.

Dieses kann in Trockenzeiten als Beregnungswasser für das Grün verwandt werden. Obwohl sich auch Brunnen auf der neuen Anlage befinden werden, will Davids nur etwa drei Prozent der Rasenfläche bewässern. „Nur 500 Quadratmeter rund um das Ziel einer jeden Bahn wird beregnet“, erklärt er. Und: „Ich will nicht die schönste Anlage in der Region. Ich will eine funktionierende Anlage, auf der die Golfer Spaß haben und die ökologisch nachhaltig ist.“

Stefan Davids hat unter seinen Kunden festgestellt, dass die Nachfrage nach einer 18-Loch-Anlage da ist. Viele freuen sich auf längere und anspruchsvollere Bahnen. So rechnet er mit rund 300 neuen Kunden. Wichtig ist für ihn, dass es eine öffentliche Anlage bleibt, auf der nicht nur Mitglieder spielen dürfen. Auch Nichtmitglieder können hier gegen eine Gebühr den Schläger schwingen. „Für die nächsten zehn Jahre reicht die erweiterte Anlage“, blickt Davids in die Zukunft.

Mit Blick auf den demografischen Wandel schließt er dann aber eine nochmalige Erweiterung nicht aus. „Golfen ist in jedem Alter möglich. Bestes Beispiel ist mein Vater, der mit 79 Jahren angefangen hat.“ Und auch jetzt im Alter von 81 Jahren sieht man, wie Franz Davids Woche für Woche mit Gleichaltrigen auf der Golfanlage seine Runden dreht.

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