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Wurmauenpark Geilenkirchen: 115.000 Euro für behindertengerechte Toilette

Wurmauenpark Geilenkirchen : 115.000 Euro für behindertengerechte Toilette

Während die Planer über das Aussehen des künftigen Wurmauenparks nachdenken, wurde eine Baumaßnahme vorgezogen. Für Menschen mit Behinderung gibt es jetzt eine barrierefreie Toilette.

Für fast 1,9 Millionen Euro soll der Geilenkirchener Wurmauenpark ökologisch nachhaltig umgebaut werden. Künftig soll er mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten und an die Folgen des Klimawandels angepasst werden. Auch soll die Bedeutung des Parks als Erholungs- und Freizeitort gesteigert werden. Die Planungen zur Umgestaltung des Parks werden derzeit nach Bürgerbefragungen von der renommierten Planergruppe Oberhausen vorgenommen.

Wo Menschen ihre Freizeit verbringen, vor allem ältere Menschen und Senioren, darf eine Toilette eigentlich nicht fehlen. Ein stilles Örtchen suchten die Parkbesucher seit Bestehen des Parks, also seit rund 30 Jahren, an den Ufern des Sees bisher vergebens. Mit der Umgestaltung sollte nun endlich auch ein WC gebaut werden.

Heinz Pütz, Behindertenbeauftragter der Stadt Geilenkirchen, bat die Verwaltung zu prüfen, ob die Stadt eine barrierefreie Toilettenanlage in Auftrag geben könnte. Rat und Verwaltung stimmten zu. In dieser Woche wurde sie neben dem Café am Eingang des Parks offiziell in Betrieb genommen. „Diese Maßnahme haben wir dem eigentlichen Umbau vorgezogen“, sagte Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld.

Heinz Pütz, ansonsten ein sehr kritischer Mensch, war mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden und lobte bereits den barrierefreien, rollstuhlgerechten Zugangsweg. Nur die Stadt Heinsberg habe eine ähnliche öffentliche Toilette, erklärte er und sagte: „Mit Heinsberg sind wir wieder Vorreiter im Kreisgebiet.“

Menschen mit einer Behinderung erhalten beim ADAC für einmalig 23 Euro einen Euro-Schlüssel, mit dem jede behindertengerechte Toilette geöffnet und ohne weitere Kosten genutzt werden kann. Menschen ohne Behinderung zahlen 50 Cent. Aber aufgepasst: Nach 15 Minuten öffnet sich die Tür automatisch wieder.

Kim Eykenboom, Mitarbeiterin des Stadtbetriebs, hatte die Toilettenanlage geplant und stellte sie nun einem kleinen Kreis mit Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld und dem Technischen Beigeordneten Stephan Scholz an der Spitze vor. 115.000 Euro habe die Stadt hier investiert, Zuschüsse habe sie keine erhalten, verneinten die Bürgermeisterin und der Beigeordnete. In ihrer Edelstahlausführung sei die Toilettenkabine, so Eykenboom, vandalismushemmend. Die Toilettenkabine ist natürlich mit einer Notfall-Türentriegelung und Notruf-Taste ausgestattet.

Steckt der Mensch mit Behinderung seinen Euro-Schlüssel ins Schloss, öffnet und schließt sich die Tür automatisch mit einem Summton. Die Anlage ist mit einem taktilen Leitsystem und mit Brailleschrift ausgestattet. Für Mütter mit Kleinkindern wurde ein Wickeltisch installiert. Fünfmal in der Woche wird die Toilettenkabine nach bisheriger Planung im Auftrag der Stadt gereinigt, reicht das nicht, soll sie täglich gesäubert werden. „Frau Eykenboom hat mit viel Herzblut gearbeitet“, lobte Heinz Pütz und versicherte: „Auch der neue Spielplatz wird in integrativer Form angelegt.“