Eschweiler: „Zwischenstand“ im Talbahnhof: Karl-Heinz Hennerici stellt Werke aus

Eschweiler: „Zwischenstand“ im Talbahnhof: Karl-Heinz Hennerici stellt Werke aus

Seine abstrakten Bilder ziehen den Betrachter beinahe unweigerlich in ihren Bann und „überwältigen“ ihn dank ihrer außerordentlichen Farbenspiele voller Kraft und Dynamik. Seit Sonntag stehen Werke des in Eschweiler geborenen Künstlers Karl-Heinz Hennerici im Mittelpunkt der Ausstellung „Zwischenstand“, die der Eschweiler Kunstverein um die Vorsitzende Nadine Müllers präsentiert.

Schon im Rahmen der Vernissage, während der der Aachener Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke in die Ausstellung einführte, verschafften sich zahlreiche Kunstinteressierte Einblicke in die Arbeiten und Arbeitsweisen des Malers.

„Den Anstoß zu einem Bild gibt bei mir fast immer ein aktuelles Thema, ein konkreter Anlass, der es aus meiner Sicht notwendig macht, sich mit ihm auseinanderzusetzen und ihn auf die Leinwand zu bringen“, erklärt Karl-Heinz Hennerici und nennt als Schlagworte die Begriffe Leben, Menschen, deren Miteinander und Inhalt. Dass dabei Gesellschaftskritik nicht zu kurz kommt, überrascht nicht.

„Der Mammon steht zu weit im Vordergrund“, bringt es der Künstler, der als stellvertretender Vorsitzender des Eschweiler Kunstvereins in der Städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof ein Heimspiel hat, kurz und prägnant auf den Punkt. Daneben inspirieren Karl-Heinz Hennerici aber vor allem auch persönliche Erfahrungen.

Und Farben: „Eines meiner künstlerischen Erweckungserlebnisse war im Jahr 1980 eine Reise nach Malaysia. Die Farbenpracht des Urwalds und seiner Pflanzenwelt hat sich bei mir tief eingeprägt. Vor allem die Farbe Gelb, die Licht, Sonne, Leben symbolisiert, hat es mir angetan“, so das Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein“, das hauptberuflich als Bauingenieur tätig ist.

„Zu Beginn steht das Thema. Dann kommen die Farben, die sich bei mir immer erst auf der Leinwand mischen“, erörtert er kurz seinen Stil, der es ihm ermöglicht, ein Spektrum abzudecken, dass gesellschaftsrelevante Themen wie Demenz (auch „Gesellschaftsdemenz“) genauso behandelt wie etwa die Musik von Hard-Rock bis Klassik, oder auch das schwarz-gelbe „World Cup Gefühl“ rund um die Aachener Alemannia des Jahres 2006. „Ich male abstrakte Bilder, die mit der Realität zu tun haben und bei denen die Kommunikation in Form von Worten und Taten zur Lösung beitragen soll“, fasst Karl-Heinz Hennerici zusammen.

Nach den Begrüßungsworten der stellvertretenden Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt und der Kunstvereinsvorsitzenden Nadine Müllers lobte Dr. Dirk Tölke während seiner Ausstellungs-Einführung vor allem die „Lebendigkeit“, die die Bilder des Malers ausstrahlten, bevor er dessen künstlerischen Werdegang nachzeichnete.

Gefördert vom Aachener Maler und Grafiker Jupp Kuckartz habe sich Karl-Heinz Hennerici zu Beginn seines Schaffens dem Realismus in Form von Porträts und Landschaftszeichnungen gewidmet. „Künstlerisch gereift folgte in den 80er Jahren dann der Schritt vom Nachahmen zu den freien Formen, mit denen er sich bis heute selbst ausdrückt“, so der Kunsthistoriker.

Die Bilder seien von linearen Grundformen im Hintergrund sowie den Grundfarben geprägt, die durch die Mischung auf der Leinwand Veränderungen erführen. „Dabei steht Karl-Heinz Hennerici nicht für die distanzierte Malerei mit dem Pinsel. Stattdessen geht er mit den Fingern oder dem Spachtel in das Werk hinein“, erläuterte Dr. Dirk Tölke, der darüber hinaus die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die „Direktheit der Werke“ des Indestädters lenkte.

„Der Künstler Karl-Heinz Hennerici ist ein engagierter Mensch, der den Kontakt zum Mitmenschen sucht und sich ständig und stetig weiterbildet“, schloss der Kunsthistoriker seine Ausführungen ab.

(ran)