Eschweiler: Zwischen Äezezupp und Laridah: Der Lennet kannet immer noch!

Eschweiler: Zwischen Äezezupp und Laridah: Der Lennet kannet immer noch!

Zur Eröffnung der 128. Session der alten „Mutter Scharwache” begrüßte Präsident Dr. Heinz Jansen zahlreiche Freunde im Saal der Gaststätte Burghof. Auch der designierte Prinz Marco Zimmermann und Zeremonienmeister Heinz-Willi Huth machten der ältesten Karnevalsgesellschaft der Indestadt ihre Aufwartung.

Standesgemäß wurde das Duo mit den Klängen „Ach wär ich nur ...” empfangen. Anschließend führte Feldwebel Georg Woepke drei „staatse Kerls” in die Gesellschaft ein und taufte die Neuscharwächter Thorsten Wamper („Plät”), Siggi Jansen („Pief”) und Paul Roob („Labbes”).

Mit Pascal Külzer sorgte dann ein Nachwuchsredner für erste Lachtränen bei den Jecken im Saal. Bei einem Spaziergang im „Bösch” war diesem nämlich klar geworden, dass Frauen auf der Jagd mit Vorsicht zu genießen seien. Eine lautstarke Diskussion zwischen einer Dame und einem Herren, wer denn nun den vermeintlichen Hirsch mit nach Hause nehmen dürfe, endete nämlich mit seinen Worten: „Darf ich wenigstens noch den Sattel entfernen?”

Nachdem alle Gäste dem Genuss leckerer Erbsensuppe gefrönt hatten, eroberte der Spielmannszug „Löschzug Luchem” die Bühne des Burghofs. Dieser holte das Lasso heraus, ließ „et Trömmelche” gehen, huldigte der Domstadt am Rhein mit „Viva Colonia” und stellte die berechtigte Frage „Wenn nicht jetzt, wann dann?”

Wenig später waltete Anna Pütz, Tanzmariechen der Scharwache und einzige Dame im Saal, ihres Amtes und zog per Los den Gewinner eines Spanferkels. Im Anschluss schickte Dr. Heinz Jansen die Glücksfee freundlich, aber bestimmt „in das wohlverdiente Wochenende”.

Des immer aktuellen Themas „Männer und Frauen” nahm sich „Der Steiger” Dr. Christoph Herzog an. „Wir Männer würden deutlich weniger lügen, wenn die Frauen weniger Fragen stellen würden”, so seine Feststellung. Verständnis zeigte der Redner auch für den Herr, den er zuletzt bitterlich weinend an der Theke traf. „Meine Frau redet einen Monat nicht mit mir. Und morgen ist dieser Monat vorbei”, so dessen nachvollziehbare Begründung. Eine Rakete belohnte den „Steiger” für einen grandiosen Vortrag.

Fulminant dann die Abschiedsrede von Dieter Sawall, der am Freitag zum letzten Mal in die Bütt stieg. Der Ehrenkommandant der Gesellschaft, der seit 53 Jahren ein Scharwächter ist, meldete sich zunächst aus der Unterwelt, um wenig später als „Lennet Kann” von Eschweiler in den Saal einzuziehen.

Dort berichtete das Scharwach-Urgestein vom Bildungsnotstand in Deutschland und erfüllte Amerikanern ihre letzten Wünsche. Die zweite Rakete des Abends war fällig! Zu später Stunde bewiesen dann die „Dürwißer Jonge”, dass sie einem „Schteinwäi-Piano” auch freihändig die tollsten Töne entlocken können.

Die Husarentanzgruppe „De Burgmüüsjere” der KG Lustigen Reserve sorgte mit einem temperamentvollen Tanz schließlich für einen starken Abschluss einer äußerst gelungen Sessionseröffnung.

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