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Eschweiler: Zur Toilette nur am Vormittag?

Eschweiler : Zur Toilette nur am Vormittag?

In der Eschweiler Innenstadt gibt es nur zwei öffentliche Toiletten: Am Bushof und am Seniorenzentrum Marienstraße 7. Bei der Stadt wird überlegt, die Anlage an der Marienstraße nachmittags zu schließen.

Vor elf Monaten klagte die UWG, die Toilette an der Marienstraße sei in einem schlechten Zustand - sowohl baulich aus auch von der Hygiene her. Es gebe dort Vandalismus, außerdem sei das Klo ein Treffpunkt von Drogensüchtigen.

Alles ist sauber

Heute ist das anders. Auch wenn angeblich immer noch Drogensüchtige diese Toilettenanlage aufsuchen, ist der Zustand tiptop: Alles ist sauber, alles funktioniert, nirgends sind Schmierereien zu sehen. Und das, obwohl es dort keine ständige Aufsicht gibt.

Das hat zwei Gründe. Zum einen werden die Räume täglich von einer Privatfirma gereinigt, die auch morgens auf- und abends wieder abschließt. Zum anderen überprüft der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt die WC-Anlagen.

Was kaputt geht, wird sofort repariert, vom städtischen Installateur und vom städtischen Elektriker. Sie hatten allerdings wenig zu tun: „Der Bauunterhaltungsaufwand in 2003 lag bei weniger als 500 Euro” steht in einer Beratungsvorlage für den Bauausschuss des Stadtrats, der sich am 3. März mit dieser Einrichtung beschäftigt.

Vandalismussicher

Anlass ist der Antrag der UWG vom April 2003, in dem gebeten worden war, die WC-Anlage vandalismussicher herrichten zu lassen. Das würde rund 18.000 Euro kosten, hat man im Rathaus ausgerechnet. Die Stadtverwaltung schlägt stattdessen vor, eine ständige Betreuung zu organisieren, eventuell über die Beschäftigungsgesellschaft EschO.

Die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage: „Sollte das nicht gelingen, wird vorgeschlagen, die Toilettenanlage probeweise in den Nachmittagsstunden zu schließen.” Zunächst für sechs Monate.

Nachmittags Probleme

Nachmittags nämlich, das hat die Stadt festgestellt, wird die Toilette unter dem Seniorenzentrum nur wenig genutzt. Stattdessen, so die Verwaltung in schönstem Bürokratendeutsch, „taucht gerade in den nutzungsarmen Zeiten der Personenkreis auf, der die Anlage nicht bestimmungsgemäß nutzt”. Übersetzt: Nachmittags treffen sich dort Fixer. Allerdings, ohne dass es dabei zu Vandalismus kommt.