Eschweiler: Zuhörer kommen beim Leseduo-Abend voll auf ihre Kosten

Eschweiler: Zuhörer kommen beim Leseduo-Abend voll auf ihre Kosten

Wenn Jörg Drescher zum Leseduo einlädt, wird es gewiss ein angenehmer Abend, denn dann sorgen er, Gustel Schreurs und Helmut Bächle für ein abwechslungsreiches und interessantes Programm. In gemütlicher Atmosphäre werden Bücher und Autoren vorgestellt und viele kleine Kostproben gegeben.

Mal spannend, mal fröhlich, mal lustig oder traurig. Die Gäste beim Leseduo erwartet meist eine ausgewogene Mischung. So war es auch am vergangenen Freitag.

Bächle spielte zur Einstimmung bereits vor Beginn einige Stücke auf seinem Saxofon. Der Musiker wählt für die Leseduoabende immer passende Melodien zu den Texten aus, die seine Frau Gustel Schreurs und Jörg Drescher lesen. „Er ist großartig in der Improvisation und ich freue mich jedes Mal, dass er dabei ist“, lobte Drescher und auch Schreurs gegenüber drückte der Literaturfreund seine Wertschätzung aus: „Sie ist die weltbeste Vorleserin.“

Und diese machte nach dem ersten Auftritt ihres Mannes den literarischen Anfang mit einem Stück aus Ferdinand von Schirachs „Schuld“. Darauf freute sich auch Anja Thomas besonders. „Ich lese gerne und habe Lust auf neue Autoren. Besonders gespannt bin ich auf Schirach“, erklärte sie. Das Werk stimmte die Zuhörer an diesem Abend mit seiner Thematik zunächst nachdenklich, denn in „Schuld“ geht es um einen vermeintlichen Kindesmissbrauch und dennoch war zu spüren, dass der Textauszug bei vielen Gästen gut ankam.

Zur Auflockerung spielte immer wieder Helmut Bächle auf seinem Saxofon und präsentierte dieses Mal die unterschiedlichen Charaktere des Sopran- und Tenorsaxofons, indem er verschiedene Stücke auf beiden Instrumenten spielte.

Auch Jörg Drescher las zu Beginn einen Text von Ray Bradbury, der zum Nachdenken anregte und einen interessanten Blick auf unsere schnelllebige, technisierte Welt warf. Um die Stimmung zu heben, folgten aber auch Auszüge aus dem „Leben eines Haarspalters“ von Kishon sowie „Fräulein Funkel“ von Patrick Süskind. „Dabei muss ich aufpassen, dass ich beim Vorlesen nicht selber lachen muss“, erklärte Gustel Schreurs und freute sich auf den Abend.

Auch über Dialog von Martin Suter, den sie gemeinsam mit Drescher als Zugabe vortrug, freute sie sich und das Leseduopublikum war wie schon so oft begeistert vom Konzept, dem Ambiente und dem gelungenen Abend.

(kaba)