Eschweiler: Zig Tonnen Salz unterwegs an die Inde

Eschweiler: Zig Tonnen Salz unterwegs an die Inde

„In der praktischen Umsetzung des Räum- und Streuplanes zeigte sich, dass in Teilbereichen noch Optimierungsbedarf besteht.” Vornehmer als Kämmerer Manfred Knollmann dies jetzt tat, kann man das Desaster in Sachen Winterdienst, das die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE) der Indestadt um die Weihnachtszeit bescherten, kaum ausdrücken.

Knollmann ist bekanntlich selbst Geschäftsführer der WBE - aber laut deren Geschäftsordnung für das operative Geschäft nicht zuständig und damit auch nicht verantwortlich. Das lag in den Händen von Hermann-Josef Selder, bis zum 3. Januar ebenfalls Geschäftsführer der WBE, dann aber bei WBE und Stadt-Partner Schönmackers ausgeschieden. „Kein Bauernopfer”, so betont Knollmann. „Das hatte rein betriebsinterne Gründe bei Schönmackers.”

Jetzt soll alles besser werden. In der ersten Sitzung des Planungs-, Bau-und Umweltausschusses nach dem Winterdebakel erläuterte Knollmann, assistiert von Selder-Nachfolger Marx, wie die Stadt nun einen Krisenplan für das „Worst-Case-Szenario”, sprich: heftigen Wintereinbruch, unter Steuerung der Stadt und unter Einbeziehung von Dritten wie Baufirmen und Landwirten entwickelt. Auch das personelle bisherige Zwei-Schichten-System der WBE soll durch ein Drei- oder Vier-Schichten-System - gestützt durch mögliche Neusteinstellungfen - ersetzt und flexibler werden.

Künftig 500 Tonnen Salzvorrat

Diesmal, so Manfred Knollmann, sei einfach alles zusammengekommen: Krankheitsfälle, der Defekt eines Räumfahrzeugs, dazu habe es nur mündliche Absprachen zur Lieferung von weiteren 300 Tonnen Salz gegeben, die dann auch nur rudimentär´ erfüllt worden seien.

Die Bevorratung von 150 Tonnen sei schlicht zu wenig angesichts der Tatsache, dass im Winter zuvor rund 410 Tonnen verbraucht wurden. Jetzt sollen die Vorräte aufgestockt werden: auf 500 Tonnen. Dazu suchen die WBE derzeit geeignete Lagerhallen und prüfen den Bau von Silos z.B. auf dem Gelände der Feuerwehr. Angestrebt werden auch Salzlieferverträge in Kooperation mit anderen Kommunen. Mit Aachen stehe man bereits in Kontakt.

Zurzeit, so Knollmann, betrage der Eschweiler Salzvorrat rund 100 Tonnen - genug für eine knappe Woche Dauerstreueinsatz. Zudem seien für diese Woche weitere Lieferungen zugesagt.

Dass seit der Teilprivatisierungen der WBE dort zwischen 2002 und 2009 immerhin 24 Mitarbeiter „abgebaut” wurden, gab dem Linke-Stadtverordneten Albert Borchardt Anlass, noch einmal zu unterstreichen, was Bürgermeister Rudi Bertram bei seinem Neujahresempfang betont hatte: Kommunale Aufgaben wie der Winterdienst dürften nicht privatisiert werden. „Personalabbau zur Gewinnmaximierung”, warf Borchardt Schönmackers und den WBE vor. „Die Bevölkerung bleibt dabei auf der Strecke.”