1. Lokales
  2. Eschweiler

Photovoltaik-Anlagen in Eschweiler: Zehn Jahre Gutes-Gewissen-Zähler

Photovoltaik-Anlagen in Eschweiler : Zehn Jahre Gutes-Gewissen-Zähler

Auf dem Rathaus und den Dächern von neun weiteren städtischen Gebäuden wird Strom produziert. Die Zahl der Photovoltaik-Anlagen soll in Eschweiler weiter steigen.

Jeder Sonnenstrahl bringt Geld. Und als Draufgabe gibt es ein gutes Gewissen noch dazu. Vor zehn Jahren erhielt das Eschweiler Rathaus eine Solaranlage, seitdem liefert sie unablässig Strom, sogar mehr als damals erwartet. Inzwischen stehen auf den Dächern von zehn städtischen Gebäuden solche Photovoltaik-Anlagen. Es sollen noch mehr werden.

Wie viel Strom die Kollektoren auf dem Rathausdach produziert haben, kann jeder sehen, der ins Rathaus geht. Gleich im Foyer hängt eine digitale Anzeigetafel, sie zeigt die tägliche und die gesamte Stromerzeugung an und zudem, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) dadurch eingespart wurde. Es ist sozusagen ein Gutes-Gewissen-Zähler.

Die jetzt zehn Jahre alte Anlage auf dem Rathaus war nicht die erste städtische Solaranlage, sie ist auch nicht die größte. Schon 2007 wurden auf den Wohnhäusern Weserstraße 17 und 19 Kollektoren montiert, es folgte die Maasstraße 31, dann das Rathaus, die Sporthalle Eichendorffstraße und das Gerätehaus der Feuerwehr Weisweiler. 2011 und 2012 kamen die ehemaligen Kasernengebäude an der Gartenstraße hinzu, in denen jetzt das Gewerbe- und Technologie-Center (GeTeCe) und Teile des Gymnasiums untergebracht sind. Die neuesten Anlagen befinden sich auf den Kindertagesstätten Ringofen und Grüner Weg.

Ein Bildschirm im Foyer des Rathauses zeigt, wie viel Strom die Anlage auf dem Rathausdach produziert.
Ein Bildschirm im Foyer des Rathauses zeigt, wie viel Strom die Anlage auf dem Rathausdach produziert. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Die Stadt betreibt diese Solaranlagen nicht selber, das macht die Energie- und Wasserversorgung GmbH (EWV). Die Stadt Eschweiler und die Strukturförderungsgesellschaft als hundertprozentige Tochter der Stadt vermieten die Flächen an die EWV. Nach den aktuellen Förderbedingungen rechne sich das allemal, versichert Eberhard Büttgen von der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung im Rathaus. Die Renditen lägen um die 4 Prozent. Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Alle zehn Anlagen zusammen haben zwei Millionen Kilowattstunden Strom geliefert, freut sich Büttgen. Am meisten davon brachte die größte, die seit fast zehn Jahren auf dem Dach der Eichendorff-Halle steht. Sie erzeugte bisher knapp 650.000 kWh. Durch die zehn Anlagen werden jedes Jahr 90 Tonnen CO2 eingespart.

Dass Solarenergie vom Grundsatz her gut für das Klima ist, leuchtet jedem ein. Kritiker weisen aber darauf hin, dass durch den Handel mit Emissionsrechten in der Europäischen Union die Klimaschutzwirkung, die von den erneuerbaren Energien ausgeht, teilweise wieder zunichte gemacht wird. Denn was die einen weniger ausstoßen, dürfen andere mehr ausstoßen.

Ein Besuch auf dem Dach des Rathauses zeigt: Die Anlagen dort sind tiptop in Ordnung. Bei der Montage vor zehn Jahren rechnete die Stadt damit, dass die Leistung der Module im Lauf der Jahre erheblich abnimmt. Das ist nicht so stark eingetreten wie befürchtet. Die in zehn Jahren erbrachte Leistung liegt daher auch höher als die damalige Prognose.

Rund 150 Gebäude in Eschweiler gehören der Stadt, vom historischen Kirschenhof bis zum Forsthaus im Stadtwald. Mehrere davon sollen in den nächsten Jahren ebenfalls Solarmodule erhalten. „Die Stadtverwaltung hat in Auftrag gegeben, alle Dächer städtischer Gebäude, die noch nicht mit Photovoltaikanlagen bestückt sind, auf ihre Tauglichkeit zu prüfen“, bestätigt Brigitte Höne, Amtsleiterin Hochbau und damit sozusagen Herrin aller städtischen Gebäude. Natürlich sind nicht alle Häuser geeignet, Sonnenlicht einzufangen, auch der bauliche Zustand der Dächer muss passen. Wie viele Photovoltaikanlagen in den nächsten Jahren hinzu kommen, steht noch nicht fest. Aber dass er mehr werden als die bisherigen zehn, gilt als sicher.